13.02.2019 – an Ursula

Horst Mahler
Anton-Saefkow-Allee 22
14772 Brandenburg

am 13. Februar 2019
dem Schicksalstag Dresdens

Liebe Ursula‚

soeben erhielt ich Deinen Brief vom 6. d.M.. Hab‘ mich sehr gefreut.

[…]

Die „Gottglaubenden“‚ die Du aufreihst, wissen noch nicht Gott; nicht, daß sie selbst es sind. Sie „verpassen ihren Einsatz“‚ damit ihr Leben.

Gerade gestern habe ich einen Brief an Herrn M. abgeschlossen. Es ging um unser Thema.

M. hatte geschrieben:

„Ich habe in den letzten Jahren eine weite geistige Suche (queste) zurückgelegt, durch Vertiefung in die christlichen Konfessionen und großen Weltreligionen – zuletzt Buddhismus und indische Religion in ihrer vishnuitisch-krishnaitischen Ausprägung, aber auch ein wenig in unseren vorchristlichen germanischen Glauben.

Dabei bin ich zur Einsicht gelangt, dass das in Jesus Christus aufscheinende Gott-Erleben‚ die von ihm vermittelte Gottes-Erkenntnis die höchste und höchstmögliche ist. Zugleich ist wohl das Christentum die verkannteste und mißbrauchteste der Religionen.“

Ich habe da meine Zweifel angemeldet, ob wir, wenn wir Religion sagen, dasselbe meinen.

Man „hat“ keine Religion; kann diese also auch nicht „gebrauchen“ – und schon gar nicht „mißbrauchen“. Religion ist der Geist (Mensch) in Beziehung auf sich selbst.

Es folgt: Kein Mensch ist ohne Religion – auch der „Atheist“ nicht.

Religion in diesem Sinne ist nur eine – notwendig in vielerlei Gestalt. Das ist eine logische Form. Wir sind, wenn wir „ICH“ sagen, unmittelbar diese Gestalt. Jeder ist ICH, das notwendig zugleich als Komplexion unendlich vieler ICH da ist. Und jedes dieser unendlich vielen Ich’s ist Säugling, Kleinkind‚ Jugendlicher‚ Erwachsener und Greis – stets sich gleich nur ein Ich.

Wäre Gott nicht dieses eine ICH, wo wäre er?

Er wäre nicht da, wo wir sind; würde dort aufhören, wo wir anfangen; wäre im Jenseits. Von dort aber hat sich Gott mit der Französischen Aufklärung ausquartiert. Er ist nicht mehr da, wo Kinder glauben, daß er ist.

Descartes hat herausgefunden, daß Denken allein das Gewisseste ist, von dem wir wissen. Daß Denken ist , können wir nicht mehr bezweifeln. Der Begriff Gottes, die Bedeutung, die wir mit der Zeichenkette G*O*T*T verbinden, ist „absolute Gewißheit“. Also ist Gott ICH, denn ICH ist uns unmittelbar das Gewisseste.

Dieses GEWISSESTE ist von Johannes als der christliche Gott ausgesprochen:

„Am Anfang war Denken,
und Denken war bei Gott,
und Gott war das Denken.
Dasselbe war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
und ohne dasselbe ist nichts gemacht,
was gemacht ist.“  (Johannes 1,1-3)

und

„Gott ist Geist“ (Joh 4,24)

Damit war das Selbstbewußtsein Gottes aus dem orientalischen Pantheismus heraus. – Ein Riesen-Fortschritt, weil jetzt erst die unterschiedenen Gestalten Gottes (Götter) in ein Verhältnis zueinander treten konnten.

Ich erinnere mich an Deinen Brief, in dem Du „Atman“ bewunderst: „Er schlug die Augen auf, sah um sich und sagte: „Das alles bin ich.“

Zwar war das auch ein Fortschritt – aber erst die „Morula“‚ die fötale „Himbeere“, noch nicht der gegliederte Leib des Geistes. Alles war noch im Status der Einerleiheit, getrennt durch das logische „auch“, das noch nicht die Erfassung differenzierter Verhältnisse erlaubt. Alles ist nur gleichgültige Vorhandenheit.

YAHWE ist in diesem Sinne auch noch „Orientalist“. Ihm ist alles Sinnliche einerlei, indem er dieses unterschiedslos vernichtet sehen will. Pantheismus als Negation.

Erst bei Johannes vollzieht sich der Übergang vom Pantheismus zum Geistwesen, indem Denken sich aus der Unmittelbarkeit‚ dem gleichgültigen „auch“ in die Unterscheidung (Intelligenz) drängt und so erst Unterschiedene als Momente eines Verhältnisses hat, die sich organisch als Welt manifestieren.

Michel scheint noch im Pantheismus (höherer Art) befangen zu sein, indem er die „Religionen“ als einfache Vorhandenheit ihrer Göttergestalten („auch“) setzt. Es scheint bei ihm keine Entwicklung des Wissens der Wahrheit stattzufinden.

Dieser Mangel wirkt sich fatal aus. Er lotst M. in die Falle der moralischen Geschichtsbetrachtung (verkannteste und mißbrauchteste der Religionen“).

Die Besserung unserer Lage hängt davon ab, daß wir den moralischen Standpunkt verlassen und die heilsgeschichtliche Bezogenheit von Mosaismus und Christlicher Religion endlich erfassen. Diese Bezogenheit ist von Moses selbst (1.Mose 27) verkündet. Jakob und Esau sind Chiffren für die Geschichsdialektik (Geschichte und Gegengeschichte).

Esau, der Erstgeborene der Zwillinge, ist der Träger des Erstgeburtsrechts‚ d.h. des geschichtlichen Auftrages, das Wesen des Geistes, die Freiheit, zu entwickeln. Jakob‚ dessen Wesen Unfreiheit ist, hält bei der Geburt seinen älteren Bruder an dessen Verse fest, wodurch dessen Lauf (Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit) behindert ist. Zuvor ist verlautbart, daß die Zwillinge im Mutterleib in anlaßlosem Streit verwickelt sind. Damit ist der Begriff der Weltgeschichte in mythischer Gestalt als Einsheit von Sein und Nichts (Affirmation und Negation) gesetzt, der jetzt erst als Begriff der Dieselbigkeit von Geschichte und Gegengeschichte in logischer Gestalt heraus ist.

Damit geschieht jetzt, was uns verheißen ist:

„Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,32)

Das Mode gewordene Herumspazieren in den „Weltreligionen“‚ um sich zu erbauen, ist die Pest; ein Zeichen tiefer Gedankenlosigkeit. Wielange wollen wir uns noch den Luxus leisten, an Jesu Wegweisung achtlos vorbeizugehen?

„Gott ist Geist, und die ihn Anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh 4,24).

Hat er gesagt, ihr müßt ihn anbeten in den antiken Kulten oder auf dem Olymp oder in Walhallah an Odins Tafel?

Geist ist Denken. Wahrheit ist der Geist selbst, d.h. das Denken als solches ist zum Gegenstand der Andacht zu machen als „Anstrengung des Begriffs“. Dort müßt ihr suchen!

„Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt , daß die wahrhaften Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will haben, die ihn also anbeten“ (Joh 4,23).

Und es gilt die alte Weisheit:

„Wer nicht hören will, der muß fühlen.“

Ihr Hegelverächter! Muß Gott denn noch deutlicher werden?

Und habt ihr immer noch nicht begriffen, daß es um Leben oder Tod geht?

Wie wollt ihr mit der Judenheit „fertig“ werden, wenn sich euch im Denken nicht der Sinn des Jesus-Wortes erschließt:

„Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden“ (Joh 4,22).

Das ist eine frühe Fassung der Böhm‘schen Philosophie des Bösen, ohne das Gott nicht wüßte, was er ist.

Aber eigentlich meine ich Dich damit gar nicht (nur ein bißchen).

Du fragst, „wie läßt sich diese geheimnisvolle Verknotung – Haß-Liebe – des deutschen und jüdischen Schicksals lösen?“

Nun, die „Verknotung“ läßt sich überhaupt nicht lösen, solange sie ein „Geheimnis“ ist.

Sie ist aber längst nicht mehr „Geheimnis“. Auch ist der Kampf schon gewonnen. Was noch aussteht‚ ist die Durchdringung der Realität mit dem Wissen vom Wesen des Judentums.

Kann ein Völkermörder uns mores lehren?

Du stellst die falschen Fragen.

Worin besteht die Macht des Judentums?

Was immer sie dem Deutschen Volk vorwerfen mögen, seine Wirkung scheitert an dem Grundsatz „tu quoque“ („du doch auch“). Ab sofort laufen sie ohne Heiligenschein durch die Welt. Wer wird ihnen noch glauben? Was vermag ein Jude noch, dem keiner mehr glaubt?

Was werden wir uns wieder zutrauen, wenn wir nicht mehr das jüdische Verdammnisurteil „Antisemit“ fürchten?

Shlomo Sand wirkt verdienstvoll, indem er das Bild zerstört, das Juden von sich haben. Aber für uns ist das ohne Bedeutung, weil wir dem Judentum als einem Moment des Geistes, also der Notwendigkeit „des Juden“ im Heilsgeschehen auf die Spur gekommen sind. Wenn wir wissen, daß „der Jude“ das „Nein zum Leben der Völker“ ist (Martin Buber), was müssen wir dann noch von Sands Forschungen wissen?

Was fängst Du mit diesem „Wissen“ an?

Zev Wladimir Jabotinski wußte sehr viel vom Judentum und dem Deutschtum. Er hat daraus die richtigen Schlüsse gezogen und beschlossen, die Deutschen totzuschlagen. So wurde er der Gründer der „Jüdischen Legion“, die an der Seite Großbritanniens gegen das Deutsche Reich kämpfte.

Du schreibst:

„1934 begründete er sehr sachlich‚ warum die Deutschen verschwinden müßten.“

Ja, großartig! Da ist endlich mal ein ehrlicher Jude!

Solche brauchen wir, wie die Luft zum atmen.

Gieße doch endlich Hohn und Spott über „unsere ängstlichen und lieben Freunde“, die „taktvoll-vornehm JENE nicht bloßstellen oder beschämen wollen“. Vielleicht wachen sie dann auf.

Die Munition für das Freischießen unserer Köpfe habe ich doch bereit gestellt. Warum greifst Du nicht zu?

Politik beginnt mit der Bestimmung des Feindes (frei nach Carl Schmitt). Den Mut, der dafür notwendig ist, haben wir Deutschen verloren. Tu‘ was, damit wir ihn wiederfinden! Auf uns kommt es an!

„Sie haben einen Glauben,

der ihnen erlaubt,

uns Fremde zu berauben“ (Goethe)

UND

Der Glaube versetzt Berge. Da ist mir doch egal, wie ihre Gene beschaffen sind. Welches Spiel betreibst Du mit den „hellhäutigen Juden“?

Ich umarme Dich herzlich

Horst