An Herrn Schroeder – 27.04.208

Horst Mahler
Anton-Saefkow-Allee 22
14722 Brandenburg

Auszug aus dem Brief des Herrn Schroeder

Ich schreibe Ihnen heute, da ich gerade an einem Buchprojekt arbeite. Thema: Gut und Böse.

Ich versuche die Renaissance der Begriffe in der Gegenwart zu überprüfen. In diesem Zusammenhang wird es auch ein Kapitel über das Verhältnis von Rechten und Linken geben. Dazu wäre es mir ein großes Anliegen neben jungen rechten Aktivisten und alten Linken auch mit Ihnen sprechen zu können, der beide Seiten kennt.

Ich skizziere kurz die Fragen, die mich interessieren:

  • Wie verlief Ihre Wandlung vom Linken zum Rechten? Gab es Brüche/konkrete Anlässe?
  • Was verbindet Rechte und Linke – warum gibt es Überläufer?
  • Was ist Ihre politische Heimat?
  • Gab es eine Initialzündung, einen Moment, in dem Sie wussten, dass Sie die Seiten wechseln wollen?
  • Woher kommt die Renaissance rechten Denkens?
  • Haben die Linken mit ihrer moralischen Überlegenheit und der Selbstgewissheit die guten zu sein die neuen Rechten erst ermöglicht?
  • Gibt es das Böse für Sie? Wenn ja, wie würden Sie es definieren?
  • Ist Ideologie böse, weil sie ihren Freund/Feind-Schemata verhaftet bleibt?
  • Was ist Schuld für Sie?
  • Bereuen Sie etwas in Ihrem Leben?

Am 27.April 2018

Sehr geehrter Herr Schroeder,

Ihren Brief vom 24. des Monats habe ich erhalten.

Sie muten mir zu, mit einem Blinden über die Schönheit der Farben zu sprechen. Dafür bin ich nicht zu haben. Ich habe einen Freund gebeten, Ihnen einen Text von mir zukommen zu lassen, der meinen Standpunkt verdeutlicht. Die Überschrift:

Dem heiligen Völkermord auf der Spur – Motiv, Mittel, Gelegenheit

hat einen Bezug auf einen Einschnitt in mein Leben, der sich während meiner ersten Gefangenschaft (1970-1980) ergeben hat. Dieser ist das Ergebnis näherer Bekanntschaft mit der Hegel’schen Philosophie und dem Alten Testament. Die Begegnung mit Letzterem verdanke ich der Willkür-Maßnahme des Leiters der Untersuchungshaftanstalt Berlin Moabit. Dieser hatte mich wegen „unerlaubten Sprechens“ mit einem Mitgefangenen während der „Freistunde“ für drei Tage in den „Bunker“ verbringen lassen, wo dem Gefangenen nur die Bibel als Lesestoff erlaubt ist. Das war ein großes Glück. Ich geriet so an die „satanischen Verse des Mosaismus“ und war schlagartig von dem mir angehexten Holo-„Schuldkomplex“ geheilt. Zwar glaubte ich nach dieser Lektüre immer noch an den Holocaust, jedoch verblasste das Grauen dieses Geschehen vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass sich Jahwe, der Gott der Juden, durch Moses als Feind der Menschheit, als Satan, offenbart hat, der entschlossen ist, die Völker „zur Schlachtung dahinzugeben“ (Jesaja 34).

Hatte die Talmudische Interpretation der fünf Bücher Moses Martin Luther noch zu blinder Wut gegen die Talmut-Juden erregt, ist mir dieses Schicksal durch die Berührung mit der Hegel’schen Geschichtsphilosophie erspart geblieben. Hegel zeigt, dass es in der Weltgeschichte vernünftig zugeht und versäumt dabei nicht die in ihr waltende Vernunft als solche umfassend darzulegen. Mit diesem Wissen ist man in eine andere Welt versetzt. Man fragt nach den Vernunftgründen der zeitlosen und weltumspannenden Feindschaft der Völker gegen das Judentum – und wird fündig.

Die Todfeindschaft beginnt mit dem Wort Jesu Christi:

Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüsten wollt ihr tun! Der ist ein Mörder von Anfang und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Johannes 8, 44)

Das letzte Wort vor der Wende sprach der jüdische Weise Martin Buber:

Das Judentum prätendiert das Absolute zu lehren, aber faktisch lehrt es nur das Nein zum Leben der Völker, vielmehr es ist dieses Nein und nichts mehr. Darum ist es den Völkern ein Grauen geworden.“ (Martin Buber, 2. Band – Schriften zur Bibel, Hösel-Verlag München 1964 Seite 1071)

Auf diese Weise ist das Judentum nur als grundlose Vorhandenheit (Sein) gedeutet, als abstrakte Negation. Der abstrakten Negation konnten die Völker ihrerseits nur ebenso abstrakt mit Hass bis hin zum Pogrom antworten. Dem entspricht es, dass das Holocaust-Narrativ (klammheimlich) zustimmend rezipiert wird.

Die Vorstellung, dass das Böse auszurotten ist, damit das Gute herrschen kann, ist allgemein akzeptiert. Die Ächtung der Judenfeindschaft – als „Antisemitismus“ absichtlich falsch bezeichnet – wird das nicht ändern.

Die Wende kündigte sich an mit dem Wirken des Jakob Böhme im Anfang des 17. Jahrhunderts. Dieser hat als erster Philosoph den Gedanken erfasst, dass das Böse ein Moment im Leben Gottes selbst ist, der ohne „Widerwärtigkeit“ nicht wüsste, was er ist und was er nicht will. Nach ihm hat Hegel die Dialektik des Absoluten (Gottes) als System der Vernunftlogik herausgedacht. Der Begriff, Gott, ist der EINE, in sich unterschieden, in der Unterschiedenheit seiner Momente in – und bei sich bleibend, lebendiger Organismus, dessen Wissen von sich als Menschheit erscheint und darin Geist ist. Dem Judentum fällt die Rolle des Störenfrieds und Unruhestifters zu, ohne den das Leben zum Erliegen käme. Es ist also die heilsgeschichtliche Bestimmung des Judentums die Feindschaft der Völker gegen sich zu erregen. Der Zweck derselben aber ist nicht der Tod des anderen, sondern die Bewusstwerdung ihrer EINSHEIT, das heißt die Anerkennung, in der nicht die Streitenden sondern nur die Macht des Einen über den Anderen, die Herrschaft untergeht.

Ist das „Rechts“? Ist das „Links“? Ist da ein „Bruch“? Was ist dann noch „politische Heimat“? Bin ich „übergelaufen“?

Das Böse ist ewig wie das Gute ewig ist – und das Eine nicht ohne das Andere. Nur die real existierende Macht des Bösen wird überwunden (aufgehoben im Hegel’schen Sinne), das als Moment des Antriebs aller Lebendigkeit aber erhalten bleibt.

Und der Teufel verliert seine Macht indem man ihn beim Namen nennt.

Was das heißt und wie man das macht habe ich gezeigt – umfassend und konzentriert in meinem Buch „Das Ende der Wanderschaft – Gedanken über Gilad Atzmon und die Judenheit“. Der Weg dahin war steinig – aber sollte ich bereuen ihn gegangen zu sein?

Das Urteil: „schuldig“ oder „nicht schuldig“ spricht allein Gott wie er sich in der Weltgeschichte erkennt. Ich hoffe, vor ihm nicht versagt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Mahler










Autor: endederluege

Hier stehe ich, Henry Hafenmayer, ehemaliger deutscher Lokführer. Ich kann dem Völkermord an meinem Volk nicht mehr tatenlos zusehen. Ich tue meine Pflicht. Ich tue was ich kann.

Ein Gedanke zu „An Herrn Schroeder – 27.04.208“

  1. Was für eine armselige Kreatur Herr Schröder doch ist, wähnt er sich als Hofjude moralisch überlegen. Die Vorstellung zur „Achse des Guten“, im Auftrage Satans zu gehören ist die Krücke, die solche Würmer brauchen um sich noch halbwegs aufrecht fort zu bewegen. Ein wahrlich Blinder, der von Farben zu fabulieren gedenkt.

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