2019/10/16 Brief an Dr. K. zum Nutzen von Atom-Müll und Kernenergie und was „GOTT“ damit zu tun hat

Horst Mahler
Anton-Saefkow-Allee 22
14772 Brandenburg

Brandenburg am 16.Oktober 2019

Lieber Dr. K.,

beim Aufräumen fiel mir ihr undatierter Brief mit dem Hinweis auf Stephen Hawking in die Hände. Der genannte hat sich nachhaltig in mein Leben eingemischt, ja, in gewisser Weise verdanke ich es ihm und meiner Ehefrau, daß ich noch lebe.

Im November 2018 hatte ich zu entscheiden, ob ich in die lebensrettende Amputation meines zweiten Unterschenkels einwillige oder von der Welt Abschied nehmen will.

Ich bilanzierte die Möglichkeiten, die mir bleiben würden, wenn ich der Operation zustimme. Da ich Kopfarbeiter bin, gab die Erinnerung an Stephen Hawking, der ja körperlich noch viel schlimmer dran war als ein beidfüßig Amputierter, schließlich den Ausschlag – auch bei der Abwägung der Entscheidungsmomente, die meine Ehefrau betrafen. Ich will ihr einerseits nicht zur Last fallen als „Pflegefall”, andererseits aber auch sie nicht im Stich lassen.

Mit Hawking gibt es aber noch einen weiteren Berührungspunkt: Die neue Sicht auf die Gottesfrage. Die berührt auch die Gespräche, die wir miteinander im DEUTSCHEN KOLLEG geführt haben.

Hawking wählt den für einen Wissenschaftler allein gültigen Ausgangspunkt für die Antwort auf die Frage: „Gibt es einen Gott?” – und stolpert zugleich.

Er beginne mit der Frage, „Was das denn überhaupt sein soll, ‚Gott’,an das wir glauben sollen” – referieren Sie ihn. 

Wie wird aus einer Zeichenkette des Alphabets ein Wort? Durch die Bedeutung, die wir mit ihr verknüpfen. „Bedeutung” ist das Resultat von „deuten”, eines Tuns des Denkens.

„Gott” ist zunächst ein Name, eine bedeutungslose Zeichenkette. René Descartes hat den Weg gezeigt, wie wir zur  a b s o l u t e n  Gewissheit gelangen, zum  W i s s e n  vom   S e i n. Dieser Weg ist die absolute Verzweiflung, die schließlich zu einem Gedanken führt, den wir nicht mehr bezweifeln können: „ich denke, also bin ich.”

Warum ist das so? Weil Zweifeln Denken ist, aus dem wir gar nicht herauskommen. ICH ist DENKEN. Wir können der Zeichenkette G*O*T*T* als Bedeutung im Ursprung nicht Anderes und nicht Weniger verknüpfen als die unmittelbare Gewissheit, die ICH ist, das heißt DENKEN IST.

Wir können also gar nicht denken, daß GOTT nicht ist.

Diesen Weg hat Hawking nicht gefunden, weil er sich als Physiker mit der „Materie” beschäftigt hat; das Denken als solches nicht sein Gegenstand seines Denkens war.

Aber gerade das macht ihn für das „Denken des Denkens” (Philosophie) so interessant, denn er hat in der Materie den Logos, den Begriff d.h. den Wahren Gott entdeckt in der Gestalt des Urknalls, des SEINS vor der Entstehung der Welt.

Die Naturwissenschaftler  m e i n t e n  nur, die Welt ohne Gott „erklären” zu können. Das war ihr Irrtum. Ein produktiver Irrtum.

Überhaupt ist die Physik des 20. Jahrhunderts mit der Erkenntnis der Doppelnatur des Lichts als Welle und Korpuskel der Relativitätstheorie, der Quantentheorie, der Heisenberg’schen Unschärferelation, mit der Entdeckung des Schwarzen Lochs und des Urknalls in der NEO-Metaphysik angekommen, die vollkommen identisch ist mit dem von Hegel entdeckten BEGRIFF = GOTT.

Was sind Naturgesetze anderes als Gedanken? Was ist Gott anderes als Denken? Laplace war ein Mustermann der französischen Oberflächlichkeit, der den wesentlichen Unterschied von Welterklärung und Welterkenntnis nicht kannte.

Welterklärung ist das Universum der Erfahrungssätze, die ausnahmslos dem methodischen Zweifel des Descartes zum Opfer gefallen sind. Hegels Kritik der Erfahrung hat letztgültig Erfahrung von Wissenschaft getrennt und als Wissenschaft der Erfahrung, die das Denken mit sich macht, wiederhergestellt.

Die Logik, die sich im nach-metaphysischen Zeitalter (Aufklärung) in der Wissenschaftswelt breit gemacht hat, ist ein Kaleidoskop von „black boxes”, das wahrhaftes Wissen unmöglich macht und so den Weltzustand gegenwärtig in eine fundamentale Krise stürzt, d.h. in ein gegengeschichtliches Zeitalter versetzt.

Die geschichtliche Bedeutung von Donald Trump als Führer der mächtigsten Nation der Erde liegt darin, daß er in dieser Rolle die Wendung der Welt als Vorhandenheit (Sein) ausspricht, verbunden mit einem deutlichen Hinweis auf das darin offenbarende Wesen, das der jüdische Weise, Martin Buber, als das „Nein zum Leben der Völker” erkannt hat, das Judentum.

Die Krise als Not erzwingt die Wende zurück in die Geschichte im Sinne des Fortschritts des Geistes im Bewußtsein der Freiheit (Hegel). Die Rückwende des Geistes macht sich als Aufschließung der „black boxes” für den Einblick in das Leben der Denkbestimmungen, dem erst Hegel als Lebendigkeiten auf die Spur gekommen ist.

Die zurückliegenden Zeitalter haben die Welt nur vorgefunden und schrittweise verändert. Der Mensch war in ihr der Werkmeister, der vorgefundene Materie für seine endlichen Zwecke umformte.

Die Welt, wie sie heute ist, bindet den Menschen als Schöpfer, der aus dem Geist als Phantasie erschafft und in seinem Geschöpf sich sich selbst ansichtig macht. So erst ist er die Einlösung des Versprechens seiner Ebenbildlichkeit Gottes.

Die Symbole dieser Wirklichkeit Gottes sind die Atompilze über Hiroshima und Nagasaki.

Wie das?

Die Atomkraft als solche ist nicht im Element des Vorhandenseins. Sie ist erst vermittels des Denkens in Erscheinung getreten und dem Homo Faber verfügbar geworden. Was das heißt, ist noch nicht begriffen.

Die in den vergangenen 200 Jahren vielfältig in unser Bewußtsein eingetretenen Krisen sind logisch Verluste an Ordnung (Entropie). Von ihr weiß der Mensch, daß sie im Reich der Materie durch Energiezufuhr wieder „in Ordnung zu bringen” ist.

An sich ist das eine optimistische Aussicht auf die Zukunft. Diese bleibt aber getrübt, solange das energetische Ressourcenproblem nicht gelöst erscheint. 

Theoretisch ist es längst gelöst mit der durch die Praxis bestätigten Einstein’schen Formel E=mc2, die im Prolog zum Johannesevangelium gesprochen worden ist.

„Im Anfang war Gedanke und der Gedanke war bei Gott und Gott ist Denken

Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

In ihm war das Leben und das Leben war das Licht (!) des Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.”
(Joh. 1, 1-5)

Gott als unendliche Freiheit erscheint genau an dieser Stelle als IDEE, d.h. als Wirklichkeit, die dem Begriff der Freiheit entspricht (Hegel), in dem die KNAPPHEIT als Moment der Materie nicht mehr als Grenze der Freiheit wirklich (wirkend) ist, sondern zur SCHRANKE herabgesetzt ist, die ewig überwunden wird.

(Zur Dialektik von Etwas, Grenze, Schranke und Sollen vergl. Hegel, Wissenschaft der Logik I, Suhrkamp Werkausgabe Bd. 5; S.139-144)

Die Materie als das Außersichsein des Geistes erscheint ursprünglich als „Elektromagnetismus”, der uns über die Netzhaut als „Licht” wahrnehmbar ist. 

Der Satz des Johannes:

„ … und die Finsternis hat’s nicht ergriffen”

ist der Erhaltungssatz der Physik, der logisch die Unendlichkeit des Geistes in verhüllter Gestalt ausspricht.

Kein auch noch so kleines Stäubchen der Materie verschwindet je aus dem Kosmos, auch das „Schwarze Loch” ist kein absolutes Verschwinden, wie Oppenheimer, der Vater der Atombombe, gezeigt hat.  Er brachte das in das Bild: „Das Schwarze Loch hat Haare” – und wäre von den Frauenvereinen in den USA „um ein Haar” geächtet worden.

Die Einstein’sche Formel ist eine  h e r m e t i s c h e  „Erklärung” des physikalischen Kosmos, der als solcher durch nichts und niemanden „verbraucht” werden kann. Man muss nur herausfinden, wie diese Unendlichkeit virtuell für die Menschheit nutzbar gemacht werden kann.

Die Otto Hahn gelungene Spaltung eines Atom des URAN235 war nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten der Gewinnung von „Kernenergie”.

Die Hahn’sche Methode ist logisches EINS, das notwendig „Komplexion unendlich vieler eins” ist. Teller stieß mit der Kernfusion auf anderes EINS dieser Komplexion.

Dabei ist es nicht geblieben. Eine weitere Methode der Kernenergie-Gewinnung ist der bereits realisierte „Schnelle Brüter”, der durch den Einsatz von Natrium als Kühlmittel die Spaltung des Uranisotops 238 sowie des Transuran-Elements Plutonium, das im Atom-Müll reichlich vorkommt, möglich macht.

Die Vorteile sind enorm.

Die Technologie ist Risiko-arm. Ihre Energiebilanz (Wirkungsgrad) ist gegenüber der herkömmlichen Methode um den Faktor 1.000 besser.

Darüber schreibt Rainer Klute in der ZEIT (Nr. 41/2019):

„Uran-238 kommt in der Natur reichlich vor, es wird in Minen abgebaut. Auch die „abgebrannten“ Brennelemente bestehen zum größten Teil aus Uran-238, und Anreicherungsanlagen lassen große Mengen abgereichertes Uran-238 zurück. Doch nicht nur Uran-238 wird in schnellen Reaktoren zum Brennstoff. Gerade der problematische Atommüll lässt sich verwerten: Die sogenannten Transurane – vor allem Plutonium – sind hochradioaktiv und zugleich so langlebig, dass man sie 300.000 Jahre lang lagern müsste, bis sie auf das niedrige Niveau des ursprünglichen Urans abgeklungen sind.

(…)
Nutzen wir diesen Atommüll in modernen Kernkraftwerken als Brennstoff, ist die Radioaktivität der übrig bleibenden Reststoffe nach 300 Jahren nicht bedenklicher als das Uran, von dem sich ein paar Gramm in jedem Vorgarten finden. (…)

Das heißt: Der Atommüll, der über die vergangenen Jahrzehnte angefallen ist, könnte zur Energiequelle werden. Das Potenzial ist gewaltig. Allein aus den „abgebrannten“ Brennelementen und dem abgereicherten Uran ließe sich die Bundesrepublik nicht nur komplett mit Strom versorgen – emissionsfrei und ohne ein einziges Gramm aus einer Uranmine.

….

Allein aus den gebrauchten Brennelementen in den verschiedenen Zwischenlagern könnte Deutschland 250 Jahre lang komplett mit Strom versorgt werden. Die Reaktoren der sogenannten Generation IV würden damit nicht nur die Endlagerfrage lösen, sie würden auch die Menge des nutzbaren Urans um das 50- bis 80-Fache strecken, sodass es für Zehntausende Jahre Stromerzeugung reichen würde – und das alles klimafreundlich und emissionsfrei.”
(https://www.zeit.de/2019/41/kernkraftwerke-atomkraft-energiewende-atommuell/)

Die virtuelle Unerschöpflichkeit der Ressource ENERGIE ist so nicht unmittelbar, SEIN, sondern im Denken selbstbewußt in Erscheinung getreten als Unendlichkeit.

Das Leben der Gattung kann sich als Geist frei entfalten ohne fürchten zu müssen, am Mangel zu scheitern.

Die Erderwärmung kann mit Energiezufuhr heruntergekühlt werden.

In Afrika werden durch Energiezufuhr mit einer Kombination Deutscher Ingenieurskunst mit Afrikanischer Werkkraft HABITATE geschaffen, in denen der Schwarze Mann eine artgerechte Heimat findet.

Dort wird er den virtuellen Reichtum genießen können, der im Boden schlummert und einen Gebrauchswert nur in den Industrieländern als Rohstoff für die dort produzierte Warenwelt hat.

Mit Energiezufuhr wird die Sahel-Zone mit entsalzenem Meerwasser bewässert und so ein Bepflanzungs-Programm realisierbar.

Durch Energiezufuhr wird Afrika elektrifiziert und eine ausreichende Trinkwasserversorgung gewährleistet.

Der Kapitalismus kann dieses Aufbauwerk nicht mehr leisten.

Mit Energiezufuhr können im großen Maßstab bereits eingetretene Umweltschäden saniert werden.

Das alles erschöpft aber noch nicht die Symbolik der Atompilze von Hiroshima und Nagasaki.

Mit der Verfügbarkeit der Kernenergie ist der Mensch ein anderer geworden, obwohl er zugleich der Selbe ist.

Und es genügt nicht, hier nur die veränderte Stellung des Geistes zur Natur der chemischen Elemente ins Blickfeld zu nehmen. Die Entschlüsselung der Genome und die dadurch möglich gewordene Genmanipulation ist von gleichem Gewicht für die veränderte Wesensschau auf den Menschen als erscheinenden Geist.

Es lassen sich jetzt drei deutlich unterschiedene Weltanschauungssysteme als historische Zeitalter bestimmen und aufeinander beziehen:

– das naive

– das reflektierte und

– das selbstbewußte

Das Wesen des naiven Zeitalters ist die unmittelbare, damit abstrakte Einheit von Natur und Geist.

Der Mensch ist zwar schon Geist, aber er ist sich dessen noch nicht bewußt (ausgebildet und noch gegenwärtig als Afrikanischer Geist).

Das Wesen des reflektierten Zeitalters ist die entzweite Einsheit. Der Geist setzt sich die Natur als sich entgegenstehend, als Objekt (ausgebildet und gegenwärtig als Geist des christlichen Abendlandes).

Das Wesen des selbstbewußten Geistes (bisher bekannt unter dem Namen „Moderne”, der es noch nicht zum Begriff gebracht hat, weil noch nicht  e r kannt ist) wird/ist schon  e r k a n n t e  Einsheit von Geist und Natur als absolutes Selbstbewußtsein, dem der Unterschied Gott/Mensch nicht mehr Vorhandenheit (Sein) sondern als aufgehoben nur noch ein Moment ist.

Das absolute Selbstbewußtsein, das wirkliche Wissen der konkreten Einsheit von Gott und Mensch, erhebt sich gegenwärtig aus der real-weltlichen Anschauung der Schöpferkraft des Geistes als Kernphysiker und Gen-Manipulator.

Die Moderne beginnt als Aufstand gegen die überlieferte  V o r s t e l l u n g  von einem Gott und ist doch selbst eine Offenbarung des Wahren Gottes.

Stephen Hawking ist eine sprechende „Zelle des göttlichen Bewußtseins-Organs”, das die Menschheit als Ganzes ist (Hegel/Adolf Hitler).

Wenn er tatsächlich gesagt/geschrieben hat, daß er „die Hypothese (daß es einen ‚Gott‘ gibt) nicht brauche”, so redet er ‚Unsinn‘, denn Gott braucht ihn und er braucht deshalb Gott, weil er ohne Gott gar keinen Gegenstand des Wissens hat, denn jenseits von Gott ist nichts, was sich erkennen ließe.

Hegel hat erkannt, daß der  B e g r i f f  als logisches System Gott „vor seinem Erscheinen als Welt” ist. Als solcher findet er Raum und Zeit nicht vor. Diese sind vielmehr Momente seiner Erscheinung selbst. Durch Hawking ist dieser Übergang als „Urknall” fasslich geworden.

Sie schreiben:

„Hawking beginnt seine Überlegung mit etwas, das in den Religionen nur ausnahmsweise geschieht, nämlich mit der Frage, was das denn überhaupt sein soll, ‚Gott’, an das wir ‚glauben’ sollen, d a s   m u s s   e i n e m  j a   w o h l  e i n m a l  g e s a g t  w e r d e n.”

Rumms! Da haben wir den Haken: Hawking begibt sich damit in Abhängigkeit „von anderen”, die vorgeben, etwas zu sagen zu haben. Das heißt, er hat keinen Freiheitsbegriff.

Geist ist Freiheit, indem er von nichts bestimmt ist, das er nicht selbst ist (Selbstbestimmung).

Und wen hat sich Hawking als „Vorsager” ausgesucht?

Sie schreiben:

„Hawking geht (…) von der  V o r s t e l l u n g  aus, die sich die m e i s t e n  Menschen von Gott machen”.

Wie – wenn es stimmt – konnte ihm das passieren? Was ist das nur für ein „Wissenschaftler”? Der hat doch eine ganze Epoche der menschlichen Kultur verschlafen!!!

Von Christi Geburt an bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts stand überall in Europa die Gottesfrage im Mittelpunkt.

Als die Franzosen am Ende des 18. Jahrhunderts sich anschickten, Gott in die Rumpelkammer der Geschichte zu entsorgen, trat die Deutsche Idealistische Philosophie auf den Plan mit dem Anspruch, die Nichtigkeit der Französischen Bemühungen aufzuzeigen (Kant).

Die Philosophie wurde „kritisch” mit den Fragen: Was kann ich wissen? Was darf ich glauben? Was soll ich tun?

Da geht man doch nicht her, und erkundigt sich bei Kindern und ihren Märchenerzählern nach „Gott”! 

Die Deutschen – angefangen mit Martin Luther – haben auf das Denken als die zuständige Instanz verwiesen und damit den Boden bereitet für die Befreiung der Menschheit von jeglicher Bestimmung durch satanische Mächte. Das macht sie so gefährlich für JENE, „deren Hunger nach Kontrolle sie dazu verleitet zu denken, daß sie dazu bestimmt sind, über andere zu herrschen”(Donald Trump).

War Stephen Hawking Jude? Dann könnte ich verstehen, warum er die „Gottesfrage” gestellt hat, – um sie in die sattsam bekannte Sackgasse zu steuern.

Ob ihm bewußt war, daß er mit seiner „Urknall-Theorie” einen entscheidenden Beitrag geleistet hat im Reich der theoretischen Physik die Hegel’sche Wissenschaft des Geistes zu verifizieren?

Sie schreiben:

„Und dann zeigt Hawking haarklein, daß auch der Urknall nach den Naturgesetzen erfolgt ist, die die Physiker erkannt haben, und das seither die Welt folgerichtig nach diesen Gesetzen abläuft.”

Kann man mit physikalischen Gesetzen als solchen Fensterscheiben einschlagen? – Kindern die Zähne putzen? Oder Weizenkörner zu Mehl vermahlen? – Kann man nicht; denn das vermag nur der zur Materie geronnene Geist. Physikalische Gesetze sind unsinnliche Dinge, die den „Gerinnungsprozess” bestimmen.

Würde Hawking der These widersprechen, daß die Naturgesetzte Logismen und als solche Ausformungen des Begriffs sind? Seine Urknall-Theorie lebt doch von dem Nachweis, daß die Naturgesetze logisch vor dem „Knall” wirklich (wirkend) sind, denn anders könnte der nicht „nach diesen Gesetzen ablaufen”.

Kann Gott anders gedacht werden als wie Hegel ihn im Denken gezeigt hat? Freiwillige vor!

Ist Gott ein Fesselungskünstler, der Gesetze ersinnt, die ihn binden? Was wäre an diesen Gesetzen „ehern”?  Wer hat sie gemacht, wenn nicht Gott?

Was also ist das Wesen der „Moderne”?

Der Mensch lebt nicht mehr in einer vorgefundenen Welt, sondern in einer Welt, die durch selbstbewußtes Denken (vom Menschen) erschaffen ist. Diese ist zuerst sichtbar geworden in der Erforschung und Nutzbarmachung der Elektrizität. Die Veränderung ist sogar rein äußerlich von der orbitalen Raumstation aus zu sehen, wenn der Ausblick bei Nacht auf Europa und die USA gerichtet ist.

Die Gefahr der Moderne liegt darin, daß der Mensch in gewisser Weise in den Afrikanischen Geist zurückfällt. Diesem fehlt ein Wissen von Gott überhaupt. Der Mensch ist sich selbst das Höchste, so daß er keine Achtung vor sich hat.

Hawking spricht das Geheimnis der Moderne aus mit der Erklärung, die er auf Laplace zurückführt, daß er Gott zur Erklärung der Welt nicht benötige.

In Bezug auf den Afrikanischen Geist spricht Hegel von Zauberei (wie vor ihm schon Herodot):

„Sie stellt dar, daß der Mensch die höchste Macht ist, daß er sich allein befehlend gegen die Naturmacht verhält” (Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd 12, S-121ff).

Die Manipulation der Atomkerne und des Genoms sind Eingriffe in die Schöpfung aus menschlichem Willen, der sich als Macht erweist, die nun, da Gott nicht mehr als Macht (an)erkannt ist, die höchste ist.

Daß ohne Gottesfurcht der Mensch seine Macht nicht zu verantworten weiß, hat sich mit den Atompilzen über Hiroshima und Nagasaki manifestiert. Appelle helfen da nicht. Diese sind per se Ohnmachtsbekundungen. Mir wird übel, wenn ich sie höre.

Die „Moderne” ist unsere Not. Zu wenden ist sie nur, wenn wir Gott wiederfinden. Mit der Hegel’schen Philosophie ist das gelungen. Diese hebt zwar die Erkenntnis nicht auf, daß der Mensch das Höchste ist; aber sie erkennt, daß es Gott ist, der als Mensch erscheint, um sich in ihm zu erkennen. Das ist – wie Hegel zeigt – ein logischer Satz, der nicht mehr bezweifelt werden kann und der schon in der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments ausgesprochen ist:

„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei (…) Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib” (1.Mose 1,26 f)

Die grausigste Wirklichkeit der Gottvergessenheit ist der millionenfache Mord an Menschen im Zustand absoluter Hilflosigkeit im Mutterleib. Und die schändlichste Gotteslästerung ist der Ruf irregeleiteter Frauchen: „Mein Bauch gehört mir!”

Wir Menschen gehören Gott allein – auch der Uterus! Was Recht sein soll, muss die Prüfung bestehen: Was wäre, wenn das alle tun?

Der Ausweg aus der Krise der Moderne ist so denkbar nur als die Wiederentdeckung Gottes durch Denken als Geist, in dem der Unterschied von Gott und Mensch in konkreter Einsheit aufgehoben ist.

Die Anwesenheit Gottes in jedem Menschen ist das Gericht über dessen Gedanken und Taten. Wir nennen es „geistige Gesundheit” und „Gewissen”.

Unsere geistige Gesundheit ist angefressen von der Angst vor der Judenheit und das Gewissen ist betäubt von der Gier nach Lust: Das sind die Mächte des Bösen in der Welt.

Hawking hat den Weg zurück zu Gott geebnet mit seiner Urknall-Theorie. Seine Inkonsequenz sei ihm verziehen.

Ich grüße herzlich

Horst Mahler