2018/05/07 Brief an Sch.

Lieber Herr Sch.

Zu Ihrem Brief vom 29.April 2018:
Sie schreiben:

„Wir finden da (?) keine Diskussionsgrundlage.“

Wäre das nicht ein Ende ohne Anfang – ein Unding?
In dem, was Sie bewegt, mir zu schreiben und Fragen zu stellen, sind Sie Mensch, also Geist. Das bin ich auch. Diese Dieselbigkeit ist die Diskussionsgrundlage, die Sie angeblich vermissen.
Als Geist sind wir Denken. Denkend nehmen wir wahr, das heißt, wir nehmen aus uns die Wahrheit. Die lassen wir uns nicht nehmen und wir nehmen wahr, daß sich unsere Wahrnehmung ändert. Diesen Prozess nennen wir „Lebenserfahrung“.
In der Wahrnehmung stehen wir in Beziehung zu dem, was wir Welt nennen. Diese tritt als Frage an uns heran und fordert Antworten.
Ihre Briefe lassen mich vermuten, daß ich für Sie eine Frage, das heißt Gegenstand Ihrer Welt bin. Sie halten es für möglich, daß ich zur Antwort auf Ihre Frage beitragen könnte. Worin könnte dieser Beitrag bestehen? Doch wohl in nichts anderem, als in der Darstellung der Fragen, die meine Welt mir stellt; sowie der Antworten, die ich gewonnen habe. Vielleicht wollen Sie gegen die These Einspruch erheben, daß wir aus uns die Wahrheit nehmen. Das sollten Sie sich aber genau überlegen.
Liegt die Wahrheit nicht in uns, dann liegt sie im Jenseits von uns – oder es „gibt“ keine Wahrheit.
Descartes hat gezeigt, daß wir das Jenseits von uns bezweifeln können, uns aber nicht.
Hegel hat gezeigt, daß allein Denken sich die Wahrheit nimmt. Es gibt Bestreiter dieser Wahrheit. Die herrschende Fraktion derselben meint, nicht unsere im Denken bewusste Weltanschauung sei die Bestimmungsmacht unserer Handlungen und Taten, sondern das Unbewusste, das Animalische. Und die so meinenden treiben uns in die Schuldfalle, indem sie suggerieren, daß die Weltgeschichte – und damit die Politik als deren Werden – eine moralisch zu bewertende Veranstaltung der von Gott unterschiedenen und getrennten Menschen sei.

Wir stoßen hier schon auf einen denkwürdigen Unterschied: Man unterscheidet zwischen dem physikalischen Universum und der Welt als Kulturleistung. Bezüglich der Materie hält sich hartnäckig die Vorstellung, daß diese in prästabilierter Ordnung existiere. Der Geist aber wird gedeutet als ein heilloses Chaotikum, das bestenfalls in der Wiederspiegelung der „ehernen Gesetze der Natur“ Halt und damit nur eine von der Materie abgeleitete Ordnung in sich finde.
Die „Dummheit“ dieser Unterscheidung ist mit Händen greifbar: Die „Naturgesetze“ sind nicht „natürliches Sein“, sondern geistige Wesenheiten. Ihre Geltung ist nichts anderes als die Herrschaft des Geistes im Reiche seiner Erscheinung.
Ordnung – und nicht Chaos – ist das Sein des Geistes. Das Wesen des Bösen ist Auflösung der sittlichen Ordnung durch deren Denunziation als „Unfreiheit“.
Die Sittlichkeit, das System der Beziehungen der Menschen mit- und gegeneinander – als Familie, Gesellschaft und Staat – aus der Vernunft zu bewahren und zu festigen, nachdem Religion und Herkommen ihre Bannkraft gegen das Böse verloren hatten, ist das Wesen des Nationalsozialismus. Dieser ist – wie auch „Gott“ – zunächst nur ein Name. Ein bedeutungsloser Schriftzug. Es kommt aber auf die Bedeutung, auf den mit dem Schriftzug verknüpften  G e d a n k e n  an.
Mir wird immer wieder angeraten, mich dieses Namens nicht mehr zu bedienen für Gedankenkomplexe, die ich für wahr halte. Das ist ein schlechter Rat; seine Befolgung wäre der Sieg der Lüge. Deren Zweck ist es, die Weltanschauung zu tabuisieren, für die dieser Name steht.
„Man muss dem Grauen ins Gesicht sehen,  u m  e s   z u   w e n d e n.“ – So oder ähnlich heißt es in einem Brief Hegels an den preußischen Kultusminister Althaus. Dieser Gedanke ist nicht erst in Hegel, auch nicht zuerst in Jakob Böhme zu sich gekommen, Jesus von Nazareth war’s, der ihn in das Bild von den „Wehen“ gefasst hat (Matthäus 24). Und er durchkreuzt das Geschwätz der Pfaffen mit der Offenbarung seiner Sendung:

„Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“ (Matthäus 10,34-36)

Auf denkwürdig verdrehte Weise scheint er Carl Schmitt bestimmt zu haben. In diesen Tagen war in der ZEIT zu lesen:

„Wie die Philosophin Ruth Groh gezeigt hat, verlegte Schmitt allen irdischen Streit zurück in den göttlichen Schöpfer und behauptete schon im Allmächtigen tobe ein innerer Kampf. Weil Gott mit sich selbst überworfen sei, sei auch die Welt tief gespalten – in Freund und Feind, in Krieg und Frieden. Damit wäre die Heillosigkeit der Welt selbst ein göttliches Dekret und jeder Versuch, die menschlichen Verhältnisse zu bessern eine Sünde, ein Aufstand gegen Gott…“ 
(Quelle: Die ZEIT Nr. 16/2018 vom 12.April 2018, Seite 43).
Diese Volte des Carl Schmitt ist die Konsequenz seiner Haftung am mosaischen Prinzip der Trennung von Mensch und Gott. Der Katholik Schmitt hat das Prinzip der konkreten Einsheit von Mensch und Gott, die Substanz des Christentums, ebenso wenig verstanden wie die Dialektik des Begriffs, die Hegel uns zeigt.
Also: Ist es letzte Wahrheit, was Mephisto in Faust an irgendeiner Stelle ausspricht (sinngemäß)?:

„Alles was entsteht ist’s wert, das es zugrunde geht; so besser wär’s, daß nichts entstünde.“

Die Weltvernichter wären die Heroen. Auch das ist mir schon widerfahren mit dem Testament einer mir nicht bekannten Frau in Wien, die mich als „Terrorist“ zum Erben ihres kleinen Vermögens einsetzte in der Hoffnung, daß ich einen Beitrag zur Vernichtung der von ihr sehr gehassten Menschheit leisten würde.
Um wirklich frei zu sein, muss man sich zwingen, die Welt auch aus dieser Perspektive zu sehen. Das ist gewöhnungsbedürftig aber unverzichtbar. Über allem steht die Frage Nietzsches: „Wozu Mensch überhaupt?“ Erst, wenn man mit dieser Frage fertig geworden ist, hat man’s geschafft.
Ich vermute, daß Sie an dieser Stelle Übelkeit befällt. Das haben nicht Sie sich verordnet; vielmehr sind es andere, die mit diesem Mittel in Ihr Innerstes eingreifen, um sich vor Ihnen – wenn Sie denn frei denken könnten – zu schützen. Es ist Ihre Freiheit, sich das gefallen zu lassen – oder auch nicht. Daß Sie in der Gummizelle des absoluten Tabus schmoren, dokumentieren Sie mit der salvatorischen Klausel in Ihrem Brief vom 29.April 2018 wie folgt:

„(Wobei ich gleich klarstellen möchte, daß ich zu diesen Faktoren keineswegs ‚die Judenheit‘ zähle.)“

Sie sprechen hier von den Bedingungen, die Ihrer Meinung nach „Nationalsozialismus“ hervorbringen.
Pech für Sie, daß just in diesen Tagen der Chef der Lagerverwaltung im Gaza-Streifen, Mahmut Avas, eine Mitschuld der Judenheit am „Holocaust“ behauptet und diese in Beziehung zur jüdischen Geldgier gesetzt hat. Was rechtfertigt es aus dem Kranz der Bedingungen des Nationalsozialismus „die Judenheit“ auszuschließen? Haben Sie zu dieser Frage geforscht? Wo könnte ich darüber etwas nachlesen?
Was berechtigt Sie, die Tatsache zu ignorieren, daß Jahwe, der Gott der Juden, seinem „Eigentumsvolk“ gebietet, die Menschheit in die Zinsknechtschaft zu führen und ihnen verheißt, jene Völker zu vernichten, die sich diesem Vorhaben widersetzen? Haben die von diesem Anschlag bedrohten Völker nicht das Recht, Notwehr zu üben?
Was ist das Wesen des Judentums? – Seine heilsgeschichtliche Bestimmung – oder fällt die Judenheit aus der Heilsgeschichte, dem Leben und der Entwicklung Gottes heraus?
Was unterscheidet die heiligen Bücher der Menschheit von den Drei-Groschen-Romanen? Ist es nicht der Glaube, der Berge versetzt – egal, ob er „wissenschaftlicher” Kritik standhält oder nicht?
Ratta-ta-tahhh! Rasten hier wieder Ihre Reflexe ein? Der Kerl ist ja sowas von hinterm Mond. Wie kann man denn als ausgewachsener Mann noch von „Gott“ reden – außer in Witzen! Als ob ich nicht wüsste, daß es heutzutage als „tödlicher Fehler“ gilt mit Religion zu argumentieren (DIE ZEIT Nr. 15/2018, Seite 55, 3. Sp. aE).
Das stimmt – aber wer weiß denn schon, daß Gott längst umgezogen ist: aus dem Pantheon der Bilder und Vorstellungen (der Religion eben) – in das Reich der Philosophie. Dort geht es ganz anders zu: Mit zum Begriff gereiften Denkbestimmungen. Diese rubbeln endlich die Erkenntnis frei, daß man Gott gar nicht als „nicht existent“ denken kann. Der intellektuelle Hochmut fällt jetzt denen auf die Füße, die ihn so penetrant zur Schau tragen: Sie sind ungebildet im Denken.
Daß es soweit gekommen ist, ist nicht zufällig. Es ist das Resultat von Machtkämpfen, in denen die Wahrheit einstweilen unterlegen ist. In der Weltgeschichte geht es letztendlich um Macht – und nur um Macht: um die Macht von Gedanken. Gegenwärtig ist der Gedanke an der Macht, daß Gott und Mensch absolut getrennt sind, weshalb sich Selbstgewissheit auf den Menschen beschränkt und Gott darin „außen vor“ bleibt, es ihn also gar nicht gibt. Dieser Gedanke ist Prinzip des Judaismus, dessen realweltliches Dasein Kapitalismus ist, die Alte Welt, die ist jetzt altersschwach und wird bald sterben.
Karl Marx, der Schlingel, hat sie uns hinreichend erklärt, aber so, daß sie im Atheismus, dem Strudel des Judaismus, gefangen bleibt. Das ist das Geheimnis des Scheiterns des bolschewistischen Experiments.
Machen wir die Probe aufs Exempel!
Wenn wir über „Gott“ kommunizieren, das heißt eine Gemeinschaft der Gedanken darüber herstellen wollen, müssen wir uns zunächst auf eine Bedeutung des Zeichens „Gott“ verständigen, um dieses zu einem Wort zu machen.
Ich nehme an, daß auch Sie als Bedeutung unter Anderem folgende Elemente assoziieren: UNENDLICH, EWIG, ALLGEGENWÄRTIG, ALLWISSEND, ALLMÄCHTIG – alle im herausgehobenen Sinne als ursprünglich und unmittelbar, also nicht Resultat eines anderen.
„Kogito (ergo) sum“ (Ich denke, also bin ich) ist die jedem nach alle Zweifeln bleibende Gewissheit. Widerspruch dagegen ist nicht möglich. Mit diesem Geniestreich hat der französische Soldat in Wallensteins Diensten, René Descartes, eine gewaltige Revolution vollbracht. Es war nun nicht mehr möglich, Gott als ein dem Menschen jenseitiges Wesen zu denken.
War nun auch Gott verloren; das Denken blieb dem Menschen. In diesem erfasst er sich als Geist, indem ihm seine schöpferische Tätigkeit als Vergegenständlichung seines Denkens bewusst ist. Mit dem Brustton der Überzeugung sagt er von sich: „Der Mensch ist Geist – und das unterscheidet ihn vom Tier.“ Aber welchen Sinn hat für ihn noch der Satz im Johannes-Evangelium: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24)?
Im Lichte, das Descartes gespendet hat, scheint an dieser Stelle zum ersten Male die Identität von Gott und Mensch auf. Es gilt: Gott ist Geist UND Mensch ist Geist; dann gilt: Gott ist Mensch UND Mensch ist Gott.
Die Hegel’sche Philosophie im Ganzen (System) ist die Verifizierung dieses Schlusses im reinen Denken.
Die Ansage Jesu an die Frau aus Samaria (Johannes 4,24) ist erst mit dieser Philosophie, die jetzt Wissenschaft ist, wirklich, und jetzt erst gilt die von Jesus in die Zukunft verlegte Aussage: „(…) und werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,32)
Freilich hat die Verballhornung dieser Errungenschaft nicht lange auf sich warten lassen – mit verheerenden Folgen. Die Dialektik der Einsheit von Gott und Mensch, in der der Unterschied erst Leben spendet, fiel Plattmachern wie den „Links-Hegelianern“ Feuerbach und Marx zum Opfer.
In seinem Werk „Das Wesen des Christentums“ verwandelte Feuerbach Gott in eine Fata Morgana, in die Himmelsprojektion des Menschen. Marx erschuf daraus den Katechismus des politischen Materialismus, die „Feuerbach-Thesen“, die ihre schreckliche Wahrheit in den bolschewistischen Blutbädern im 20. Jahrhunderts enthüllten.
Noch heute ziert die elfte Feuerbach-These, die verhängnisvolle, die Eingangshalle der Humboldt-Universität in Berlin:

„Bisher haben die Philosophen die Welt nur interpretiert. Es kömmt aber darauf an, sie zu verändern.“ (aus dem Gedächtnis)

Man wünscht sich, daß die Menschheit ihren Blutgeruch beizeiten wahrgenommen hätte.
Bei der Darstellung des schwarz-afrikanischen Volksgeistes, der sich die Versklavung von 11 Millionen Negern durch – überwiegend JÜDISCHE – Sklavenhändler gefallen ließ, zeigt Hegel die Wirklichkeit des Selbstbewusstseins, dem sein höheres Wesen, Gott, kein Begriff und so der Mensch sich selbst das Höchste ist. Diese Geistesgestalt hat den Kontinent des schwarzen Mannes bis heute nicht verlassen. Er ist die Hölle auf Erden.
Ihre Denkwelt – so mein Eindruck – erträgt derlei Gedanken nicht. Sie halten sich zur Spaßgesellschaft, in der sich alles darum dreht, der Welt den Lauf vorzuschreiben, der Lustgewinn verspricht. Wie der afrikanische Geist seinen Fetisch verbrennt, wenn dieser nicht den ersehnten Regen bringt, so verbellt der „westliche Mensch“ seinen Gott, weil dieser ihm die verlangte Lust nicht spendet.
Als der Allgegenwärtige war Gott auch in Auschwitz, einem Ort des Schreckens. Diesen aber jagt er nicht dem Menschen als einem Anderen ein, sondern nur sich selbst. So weiß er jetzt, daß er nicht DER SCHRECKLICHE sein will; nicht Jahwe, der sich „freuen will“, sein Ihm ungehorsames Eigentumsvolk „umzubringen“ und zu „vertilgen“. (vergleiche 5. Buch Mose 28,63)
Erst in dieser Einsicht findet der JÜDISCHE KRIEG gegen die Völker sein versöhnliches Ende, indem sie die spirituelle MACHT der Judenheit in der Welt beendet und zugleich damit die Macht des Geldes, indem dessen Schöpfung von der jüdischen Bank auf das Gemeinwesen übergeht, wo sie hingehört.
Karl Marx wollte „der Menschheit“ den entgegengesetzten Weg aus „dem Kapital“, der jüdischen Weltbeherrschung, weisen – und musste damit scheitern. Der Schlüssel zum Verständnis seines Monumentalwerkes, das „KAPITAL“, ist in seinem Essay zur „Judenfrage“ zu entdecken. Man kann diesen als Warnung des Rabbiner-Enkels an seine Stammesgenossen lesen, ihre Sonderstellung in der Schöpfung durch Emanzipationsgefasel nicht zu verspielen.
René Descartes hat die Gottesfrage neu – und ganz anders als gewohnt – gestellt. Hegel hat sie umfassend beantwortet. Mit dem Holocaust-Narrativ hat sie für die Völker existentielle Bedeutung gewonnen. Die Erlösung liegt in der Erkenntnis, daß Gott und Mensch gar nicht als getrennt voneinander gedacht werden können. Die moralische Erregung, die die Holocaust-Kirche erst ermöglicht ist Gotteslästerung, indem sie sich zum Richter über Gottes Taten aufwirft. In die Mosaische Theologie ist dieses schreckliche Geschehen unmittelbar und eindeutig, das heißt Expressis Verbis, als göttliche Willensäußerung eingeschrieben. Der in der Gegenwart einflussreichste Mosaische Theologe Obadia Yusef, hat, um Jahwe zu retten, der zeitgenössischen Judenheit dieses Glaubensgut eindringlich vergegenwärtigt. Ich habe dieses Thema in meinem „Offenen Brief an Michel Friedmann“ vom 10.Mai 2000 wie folgt aufgegriffen:

„Nach Jahrzehnten derVerdrängung und Tabuisierung bringt der Brief an Daniel Goldhagen Licht in das deutsch-jüdische Verhältnis. Ich bin unbescheiden genug anzunehmen, daß er mittelfristig zu einer Entspannung zwischen dem Deutschen Volk und der Judenheit führen wird. Das wird möglich durch den neuen Gesichtswinkel, den ich aus den Heiligen Büchern der Juden gewonnen habe. Diese lehren mich, daß im Juda­ismus der Völkermord nicht nur bejaht, sondern zugleich kultisch zu einer gottbefohlenen heiligen Handlung erhöht ist. Es ist überliefert, daß Jahwe seinem auserwähltenVolk wie­derholt sowohl die Begehung vonVölkermorden befohlen bzw. versprochen, als auch die Zerstreuung in alle Himmels­richtungen, seine unendliche Erniedrigung und Drangsalie­rung durch die Wirtsvölker und schließlich seine physische Vernichtung als Strafe für den Ungehorsam der Stämme Isra­els angekündigt hatte. Das berechtigt zu dem Schluß, daß alles, was andereVölker den Juden in einer zweitausendjäh­rigen Geschichte an Leid undVerfolgung zugefügt haben, nur die Vollstreckung dieses offenbarten göttlichen Willens ist.

Wie Sie vielleicht wissen, ringe ich um eine andere Deutung des Geschehens. Deren Umrisse habe ich in dem Brief an Daniel Goldhagen gezeichnet. Nicht an den Worten des eifer­süchtigen Gottes Jahwe orientiere ich mich, sondern an den Einblicken in den Absoluten Geist, die die Deutsche Idealisti­sche Philosophie gewonnen hat. Diese erkannte in der Aus­erwählung durch Jahwe den Fluch, der auf den Juden lastet. Der politische Ausdruck dieser Auserwähltheit ist die Feind­schaft zwischen den Juden und den nicht auserwählten Völ­kern.

Diese Feindschaft endet erst mit dem Tode Jahwes.

Diese Überlegungen müssen Ihnen – einem Juden – fremd erscheinen. Als Jude werden Sie auf dem Standpunkt der Thora verharren. Das bringt Sie in unüberwindbare Schwie­rigkeiten:

Was könnten Sie dem Deutschen Volk – das übrigens von Auschwitz und allem, was mit diesem Namen in der veröf­fentlichten Meinung verknüpft wird, nichts gewußt hat – vor­ werfen? Vom jüdischen Standpunkt aus ist es nicht denkbar, daß die Shoa ohne oder gar gegen den Willen Jahwes zum Ereignis geworden ist. Denn die Juden sehen in Jahwe den Allgegenwärtigen und Allmächtigen. Er ist es, der die Feinde als Zuchtrute gegen sein Volk schickt. Die Behauptung einer Kollektivschuld des Deutschen Volkes, die gewisse jüdische Kreise jetzt als Waffe („Auschwitzkeule“) gegen uns benut­zen, ist schon deshalb eine taube Nuß, weil in ihr eine Auf­lehnung gegen Jahwes Zorn – also ein religiöses Verbrechen ­ – zum Ausdruck kommt. Die jüdische Denkform, die den gött­lichen Befehl nicht anstößig findet, zur Befriedigung eines Rachebedürfnisses alles Volk – Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge – zu töten, ist dem christlichen Kulturkreis völlig fremd. Die von gewissen jüdischen Kreisen erfundene After­religion, deren kultisches Zentrum der Holocaust und mit ihm die vermeintliche Deutsche Kollektivschuld sind, wird nicht den gewünschten Erfolg haben. Im Gegenteil: Sie wird Aus­gangspunkt einer religiösen Besinnung der Deutschen auf ihre geistigen Wurzeln sein. So sehen wir die List der Ver­nunft am Werke: In diesem geistigen Ringen wird Jahwe un­tergehen und der in der Deutschen Philosophie herausgedach­te Absolute Geist wird das Zepter übernehmen und sich in einer selbstbewußten – also freiheitlichen – Volksgemein­schaft der Deutschen verwirklichen.” 
(Guten Tag, Herr Friedmann, S.12-14)
Sie sehen: Weder den Christen noch den Juden ist mit „Auschwitz“ die Idee Gottes zu verleiden.
Bei diesem Gedanken sollte das Denken einen geschichtlichen Augenblick verweilen. Es betrifft das Verhältnis des Absoluten Geistes – also Gottes – zur Deutschen Philosophie. Im vorstehenden Zitat ist ein wesentlicher Unterschied ausgesprochen, von dessen Erkenntnis der weitere Verlauf der Weltgeschichte bestimmt sein wird.
Im Ausdruck: „der herausgedachte absolute Geist“ ist die Doppelung des Absoluten Geistes als Bewegung benannt. In deren Ausgangspunkt erscheint er passiv als Gegenstand einer Tätigkeit, des Denkens. Das Denken ist aber selbst Geist. Die Tätigkeit bezieht sich auf sich selbst; ist reflexiv. Das Resultat ist der „herausgedachte“ Geist, der erst durch diese Vermittlung Absoluter Geist ist, das heißt, das Resultat ist Gedanke, der durch sich selbst bestimmt ist, also von nichts bedingt (abhängig) ist, was er nicht selbst ist. Das ist der Begriff der Freiheit.
Daß Gott Freiheit ist, finden wir im Neuen Testament im Prolog zum Evangelium des Johannes ausgesprochen:

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch das Selbe gemacht und ohne das Selbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

In ihm war das Leben und das Leben war das Licht des Menschen.
Und das Licht scheint in die Finsternis und die Finsternis hat’s nicht ergriffen(!)“ (Johannes 1,1-5)

Hier ist der reine Gedanke (die Philosophie) schon mit Händen greifbar (schreckliches Bild!).
Der Teilsatz: „(…) und die Finsternis hat’s nicht ergriffen“ ist die Metapher auf Auschwitz.
Hegel zeigt in der Logik, daß im reinen Licht ebenso wenig zu sehen ist, wie in absoluter Dunkelheit. Nur in konkreter Einsheit von Licht und Dunkelheit (Nichtlicht) ist etwas sichtbar.
Das Licht scheint in die Finsternis, schafft Erkennbarkeit, und erhält sich, bleibt ewig „Elektromagnetismus“. Das ist der Erhaltungssatz der Physik oder Einsteins Formel
E = m * c2

„In Nuce“ und es gilt Goethes Satz im „Chorus Mysticus“: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.”
Im Prolog des Johannes Evangeliums ist schon die Erkenntnis angelegt, die anderthalb Jahrtausende nach Johannes Jakob Böhme in seiner Philosophie des Bösen hinreichend klar erkannt hat: Ohne Widerwärtigkeit (das Böse) wüsste Gott nichts von sich.
Das führt auf den Satz, daß Gott sich aus dem Gottestod der Aufklärung, mit dem Holocaust-Narrativ, in die Auferstehung erweckt hat.
Im griechischen Volksgeist war zum ewigen Ruhme gegeben, die Einsheit von Licht und Finsternis, von Geist und Materie als Schönheit zu entdecken. In ihren Marmorskulpturen ist dieser Fortschritt des Geistes im Bewusstsein der Freiheit, daß die Materie das Material zur Darstellung und Selbstbetrachtung des Geistes ist, dokumentiert.
Die Freiheit für sich hat der Geist aber noch nicht im Marmor. Die Materie ist erst der Mittler zwischen der Phantasie, der Subjektivität, und der Wirklichkeit.
Unmittelbar ist Freiheit erst im Geiste selbst, dem Denken seiner Selbst. In diesem Verhältnis ist er erst in der Deutschen Philosophie.
Den Juden gebührt die Ehre mit der Entdeckung der Unschaubarkeit Gottes den Grundstein für jegliche intellektuelle Weltanschauung gelegt zu haben. Daß sie aus dieser Gestalt, Grundstein zu sein, aus eigener Kraft nicht herausgekommen sind, hat seinen Grund darin, daß die Entfaltung des Geistes zur Weltwirklichkeit als Spiegel für Gotteserkenntnis  v e r n ü n f t i g  nur zusammen mit weltmächtiger Realität der Widerwärtigkeit, des Bösen, denkbar ist. Weltmächtig aber ist der Mensch nicht in der Zerstreutheit der Einzelheit, sondern nur in der Zusammengefasstheit als ein Volk. Das ist das Wesen der alttestamentarischen Auserwähltheit der Hebräer, die dadurch zu Juden geworden sind.
Was tun Sie den Juden an, mit deren Exemption von der Genesis des Nationalsozialismus? Sie rauben ihnen die Würde, das Werkzeug Gottes zu sein.
Ich hoffe, daß Sie trotz allem diesen Briefwechsel fortsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Horst Mahler

Autor: endederluege

Hier stehe ich, Henry Hafenmayer, ehemaliger deutscher Lokführer. Ich kann dem Völkermord an meinem Volk nicht mehr tatenlos zusehen. Ich tue meine Pflicht. Ich tue was ich kann.

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