Anmerkung zu Kan Tsujoschis Kritik

Horst Mahler in Gefangenschaft am 26. April 2019

Anmerkung zu Kan Tsujoschis Kritik an meiner Antwort auf Imke Barnstedts Frage „Was ist Deutsch?“

Daß mir ein in Fernost lebender asiatischer Nationalsozialist eine „Kopfnuß“ verabreicht, ist mir eine besondere Herausforderung. Eine Erwiderung erscheint mir angezeigt. Diese könnte uns weiter und einander näher bringen.

Der Freund nimmt Anstoß an meiner Aussage „Die schlimmsten Deutschen sind jene, die Julfest statt Weihnachten sagen.“

Es ist der Satz wegen dem auch meine Lektoren Bedenken angemeldet hatten, von denen ich mich aber nicht beirren ließ. Dieser Satz hat für meine Antwort auf Imkes Frage eine zentrale Bedeutung. Von ihm will ich partout nicht lassen.

In der „rechten Szene“ ist Hass auf das Christentum weit verbreitet. Dieser Hass ist die Krönung des Vernichtungswerks des Judaismus. Dieser Hass reißt uns den Schwertarm vom Leibe.

Es geht das Wort um: ‚Christentum ist Judentum für Nicht-Juden‘.

Schlimmer kann man sich am Deutschen Volksgeist nicht vergehen. Dessen heilsgeschichtlicher Beruf ist es, das Prinzip des Christentums – die Einsheit von Gott und Mensch – zur Idee zu vollbringen, das heißt, GOTT als Gedanken zu fassen und diesem Wirklichkeit zu geben. Das ist der Tod Jahwes.

Die Philosophie bestimmt die Vorstellungen der Menschen und damit deren Handlungen. So greift Philosophie in das Weltgeschehen ein (Hegel).

Die Wahrheit erscheint zunächst als Bilderwelten, die sich zu wohl unterschiedenen Religionen zusammenfügen. Kraft ihres innewohnenden Anspruchs, die Wahrheit zu offenbaren, stehen sie sich in Todfeindschaft gegenüber.

Judaismus und Christentum sind dabei nicht nur auf diese allgemeine Weise einander Feind, sie sind in ihrem Wesen aufeinander bezogen – jede als explizite Negation der anderen.

Es ist eine nicht mehr bezweifelbare Wirklichkeit, daß die Götterwelt der Nordvölker im Kampf mit dem Christentum untergegangen ist. Kan Tsujoschi fragt nicht nach dem Grund diese Geschehens.

Das Germanentum hat mit seiner Darstellung der göttlichen Macht in verschiedenen menschlichen Charakteren den Boden bereitet für die Aufnahme des christlichen Prinzips der Unterschiedenheit und untrennbaren Einsheit von Gott und Mensch.

Es war also nicht Schwäche des nordischen Geistes, sondern dessen Affinität mit dem Christentum, die die Konversion der Germanen zur abendländischen Christenheit ermöglichte. Diese wurde die Geistesgestalt, die in einem 1000- jährigen Ringen die mondiale (weltumspannende) Zivilisation geprägt hat. In allen Erdteilen wird Weihnachten als das Fest zur Erinnerung an die Geburt Christi gefeiert. Vom „Julfest“ wissen nur noch wenige Deutsche die spirituelle Bedeutung. Die Deutsche „Weihnacht“ ist Revolutionsfeier gegen das Judentum und zusammen mit dem Osterfest der Erinnerungskult der Christenheit. Er hält die Überwindung des Judaismus als Aufgabe im Bewußtsein der Völker. (Vergleiche das klassische Karfreitagsgebet)

Sowenig die blutige Seite des historischen Nationalsozialismus dessen Wahrheitsgehalt infrage stellt, sowenig berührt die Gewaltsamkeit der Bekehrung der Völker zum Christentum die Offenbarung Gottes durch Jesum Christum. Von diesem geht als Wort Gottes die Ermahnung aus:

„Ihr sollt nicht wähnen daß ich gekommen sei Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Matthäus 10,34)

Damit ist gesagt: „Das Recht wohnt nicht beim Stärkeren; es wohnt bei dem, der vollkommener ist“ – denn Recht ist Geist, als gesetzter Wille sich zu erhalten und sich zu entfalten.

Dieser Wille und das Schwert sind Eins: Es ist kein Recht ohne das Schwert; und keine legitimierte Gewalt ohne Recht.

Deutschtum ist das durch das Christentum in eine höhere Gestalt erhobene Germanentum. Als solches ist es die Substanz des Abendlandes. Dessen politisches Zentrum ist das „heilige römische Reich deutscher Nation“.

Kan Tsujoschi stellt die Frage „warum zum Beispiel weder Engländern noch Franzosen, die ebenfalls Christen waren, sondern eigens den Deutschen eine Schlüsselrolle in der Menschheitsgeschichte zukomme“.

Völker sind Erscheinungen eines Inneren, das in sich mannigfaltig gegliedert, der von Hegel entdeckte Begriff im Sinne des Ganzen (System) der Denkbestimmungen (Logik) ist. Dieses Innere ist unendlicher Trieb sich zu äußern zu dem Zweck, in seiner Erscheinung seiner Selbst ansichtig und bewußt zu werden. Die Weltgeschichte ist in dieser Sicht das prozesshafte Erwachen Gottes, das notwendig zugleich das Werden der Welt ist, die widerspiegelt, was Gott von sich weiß.

Die Genealogie Gottes ist abgebildet in der Menschwerdung des Menschen, die wir als Reifeprozess an jedem menschlichen Individuum wahrnehmen, wobei diese Wahrnehmung selbst ein wesentliches Moment der Reifung ist. Jeder Mensch wird nur unter seinesgleichen zu einem Menschen. Ohne dieses Zusammen brächte er es nur zu einem Kaspar Hauser.

Ebenso wird Gott nur unter Menschen zu dem, was er ewig ist.

Die Schlüsselrolle des Deutschtums in der Weltgeschichte hat ihre spirituellen Wurzeln im deutschen Wald. Dieser ist die notwendige Kulisse für das Erwachen der vom Verstand zu unterscheidenden Vernunft, deren erstes Erscheinungsbild der deutsche Mystizismus ist. Die lebenserhaltende Macht der Germanen war durch den Wald u n s i c h t b a r und doch allgegenwärtig. Das ist der Grund warum den Deutschen der Materialismus wesensfremd ist.

Daß der von Varus geführte römische Heerwurm von Waldmenschen im Teutoburger Wald zertreten wurde, ist von hoher Aussagekraft.

Die zu damaliger Zeit größte Militärmacht der Welt anzugreifen, zeugt von einem unerschütterlichen Vertrauen der Germanen in eine u n s i c h t b a r e Macht.

Während sich die Militärmacht Roms in den gewaltigen Heerzügen und den groß angelegten Schlachten im offenen Gelände offenbarte, hielt die an den Wald gebundene Lebensweise der Germanen deren Wehrmacht im Verborgenen.

Der Zusammenhalt der römischen Legionen beruhte auf der Überwindung ihrer multiethnischen Zerklüftung durch ein ausgeklügeltes Beutesystem, dessen Basis die Kolonisierung der eroberten Völker und Landschaften bildete.

Anders bei den Germanen. Ihre Kohorten waren durch Blutsbande und den ursprünglichen Volksgemeinschaftsgeist festgefügt. Ging es im Kampf nicht um Beute, sondern um die Freiheit ihrer Stämme, wurden sie zu Berserkern. So entdeckten sie in sich Kräfte, von denen die Welt nichts wusste.

Nach der Niederlage des Varus im Jahre 9 christlicher Zeitrechnung waren die Germanen östlich vom LIMES nie wieder einer lang dauernden Fremdherrschaft ausgesetzt. Ihre Christianisierung ließ noch lange auf sich warten. Ihr Denken blieb über Jahrhunderte frei. Es war mehr oder weniger nur ein Raunen des Geistes; aber umso tiefgründiger. Die Fesseln des Aristotelismus legte ihnen erst die katholische Kirche im zweiten Jahrtausend nach Christi Geburt an.

Adolf Hitler hat auf denkwürdige Art und Weise die geistige Wirkung des LIMES untersuchen lassen, um einen in der nationalsozialistischen Bewegung zutage getretenen Konflikt besser zu verstehen. Er gab Anweisung, auf einer großen Wandkarte vom Deutschen Reich schwarze und braune Fähnchen zu stecken. Die braunen standen für die im Reich verteilten Grundorganisationen der SA, die schwarzen für diejenigen der SS. Nach Fertigstellung besichtigte er die Karte und verfiel in ein langes Schweigen. Schließlich gab er den Befehl, die Karte zu verhängen und niemandem mehr zu zeigen. Der Grund: Die gesteckten Fähnchen machten eine spirituelle Spaltung des deutschen Volkes sichtbar.

Die braunen Fähnchen hatten ein deutliches Übergewicht in den Reichsteilen östlich des LIMES während die schwarzen im Reich westlich des LIMES das Bild dominierten.

Von dieser Episode berichtet der ehemalige Stabschef der SA, Otto Wagener in seinem Buch „Hitler aus nächster Nähe“.

Hitler dürfte sich bewußt gewesen sein, daß in der Zeit der „Weimarer Republik“ von Köln und München aus Bestrebungen gefördert wurden, die auf eine Ausgliederung des Rheinbundes und Bayerns aus dem Deutschen Reich zielte.

Aus asiatischer Sicht ist die Frage, „warum z.B. weder Engländern noch Franzosen, die ebenfalls Christen waren, sondern eigens uns Deutschen eine Schlüsselrolle in der Menschheitsgeschichte zukommt“, nicht kritisch zu kommentieren. Stellt ein Deutscher dieselbe Frage, wäre ihm wohl der „Kopf zu waschen“.

Ein Deutscher sollte sich der Tatsache bewußt sein, daß in seiner Heimat östlich des LIMES ein Martin Luther gegen die katholische Kirche aufgestanden ist und in einzigartiger Weise die „Freiheit eines Christenmenschen“ gegen die Kirche geltend gemacht hat.

In der Lutherischen Revolution erscheint die Tatsache, daß die Einpflanzung des Christentums in den deutschen Geist erst die Wahrheit der Botschaft Jesu, die auf Befreiung des Menschen gerichtet ist, erblühen ließ. Und es ist keine nur äußerliche Begebenheit, daß Luther nach Jesus von Nazareth der zweite weltgeschichtlich bedeutende Revolutionär gegen das Satanwesen des Judentums ist. Seine Schrift „Von den Jüden und ihren Lügen“ ist rein theologisch gehalten und eines seiner bedeutendsten Werke, in dem es über den Thesenanschlag weit hinaus geht und die für die Satanisierung der katholischen Kirche verantwortliche Macht beim Namen nennt.

Weder die Engländer noch die Franzosen haben in der Weltgeschichte Zeichen gesetzt, aus denen zu schließen wäre, daß sie das Christentum als Weltbefreiungsbewegung erkannt haben. Wie könnte ihnen da eine „Schlüsselrolle“ für den „Gang Gottes durch die Welt zu sich selbst“ (Hegel) zufallen?

Die Wirklichkeit Gottes in der Welt ist das, was Gott von sich weiß. Hier kommt es auf den Unterschied von Wahrheit und Wissen an. Die Wahrheit ist ewig unveränderlich. Wissen der Wahrheit ist in Entwicklung begriffen und die widersprüchliche Einsheit von „schon“ und „noch nicht“. Nur was von der Wahrheit schon in Wissen von ihr übergegangen ist, bestimmt die Handlungen der Menschen und durchdringt dadurch die Welt, die sich entsprechend ändert.

Die Wahrheit ist Trieb, sich vollkommen als Wissen von sich zu finden. Für diese Entwicklung fällt jenem Volksgeist die Schlüsselrolle zu, in dem sich „das Noch – Nicht – Gewusste“ an das Licht des Bewusstseins drängt.

Was sich dem Wissen offenbaren will, hat sich gezeigt in der Deutschen Idealistischen Philosophie und im historischen Nationalsozialismus.

In der Philosophie Hegels hat sich das „dritte Auge“ aufgetan, das zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte Gott als Realität wahrnehmbar macht.

Im historischen Nationalsozialismus hat der Deutsche Volksgeist die Welt durchdrungen mit der Idee der Einsheit von Einzelwesen und Gemeinwesen.

Beide Momente sind in ihrer Weltwirklichkeit reale Negationen des Mosaismus, dessen Prinzip die Trennung von Gott und Mensch ist.

Wer „Julfest“ statt „Weihnachten“ sagt, steht mit seinen Gedanken nicht in der Schnittstelle von Gegenwart und Zukunft; der verschwendet sich an eine Vergangenheit, die nicht wiederkehrt. Das ist das Schlimme an ihm; denn er fehlt in unseren Reihen.

Die Niederlage der deutschen Philosophie und des historischen Nationalsozialismus entspricht der Dialektik des Entwicklungsbegriffs.

Der Trieb des Geistes ist die widersprüchliche Einsheit von ERHALTUNG und ENTFALTUNG. Der Selbsterhaltungstrieb des Bestehenden bekämpft als die „Alte Erde“ die mit der Entfaltung entstehende „Neue Erde“ (Offenbarung 21,1). Diese ist im Anfang relativ schwach im Verhältnis zur gewordenen Welt, die in einer letzten Anstrengung ihre Kräfte sammelt, um die Bedrohung durch die „Neue Erde“ zu liquidieren.

In diesem Kampf wachsen der „Neuen Erde“ die Muskeln, während der „Alten Erde“ alle Kraft schwindet.

Die tagtäglichen Nachrichten der „Lügenpresse“ spiegeln diesen Verlauf wider.

Es ist nicht schwer in der Kritik Kan Tsujoschis den Grund auszumachen, warum unsere Gedanken nicht zueinander finden.

Kan Tsujoschi schreibt:

„In der Tat dient jede Religion – als Wissenschaft des Archetypus – zur Erklärung der Natur, wozu die differenzierten Naturgötter viel besser taugen als ein egalistischer Wüstengott.“

Damit passiert das Übliche: Wir sprechen nur scheinbar dieselbe Sprache. In Wahrheit reden wir aneinander vorbei.

Kan Tsujoschi spricht – das heißt denkt – von Religion, daß es sich um ein M i t t e l zur E r k l ä r u n g der Natur handelt. Geist und Natur sind darin in T r e n n u n g ausgesprochen. Die Natur sei – so scheint Kan Tsujoschi zu denken – auch dann noch, wenn der Geist nicht mehr ist.

Hegel hat in seiner „Logik“ gezeigt, daß diesem Satz die Gewissheit der Wahrheit abgeht. Die moderne Physik bestätigt ihn.

Aber es kommt noch schlimmer: Der Kritiker sortiert die Götter nach ihrer Tauglichkeit für die Erklärung der Natur. Gott ist ihm – wie der „Frankfurter Schule“ – eine menschliche Zweckerfindung zur Bekämpfung existenzieller Ungewissheit (Kontingenz). Der Begriff (nicht Definition) der Religion ist die Teilhabe des endlichen Geistes (Menschen) am Selbstbewußtsein Gottes. In der Religion erfahren wir, wie und als was Gott sich (schon) weiß.

Im Christentum weiß sich Gott in Eins mit der Natur – versinnbildlicht in Jesu als S o h n Gottes – , während Jahwe jene Gestalt des Selbstbewusstseins Gottes ist, die sich alles Sinnliche als feindliches Prinzip (Götze) vorstellt, an dem seine Herrlichkeit verendet. Das Resultat dieses Bewusstseins ist das Wesen Jahwes als Vernichtungswille – gerichtet gegen alles Sinnliche schlechthin – vom Propheten Jesaja ausdrücklich benannt:

„Kommt herzu, ihr Heiden, und höret; ihr Völker, merkt auf!
Die Erde höre zu und was sie füllt, der Erdkreis und was darauf
lebt!
Denn der HErr ist zornig über alle Heiden und ergrimmt über alle ihre Scharen. Er wird an ihnen den Bann vollstrecken und sie zur Schlachtung dahingeben. Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, daß der Gestank von ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blute fließen.“ (Jesaja
34, 1-4)

Indem Kan Tsujoschi Religion als M i t t e l bestimmt und sich im Modus der E r k l ä r u n g zur Natur ä u ß e r l i c h verhält, steht er mit beiden Beinen fest im Mosaismus, dem Boden des Atheismus und des Materialismus – was ein und dasselbe ist – , ohne sich dessen bewußt zu sein.

Das ist kein Werturteil – schon gar nicht ein moralisches. Es ist eine Feststellung. An ihr ist aufzuzeigen, daß sie richtig ist.

Im Denken, wie wir es gewohnt sind, wenn wir über das Denken nicht nachgedacht  haben, (was das Geschäft der Philosophie ist) steht der, der etwas e r k l ä r t , auf der einen Seite, der Gegenstand, der erklärt wird, auf der anderen.

Was geschieht in diesem Verhältnis? Der Gegenstand ist schon da, der „Erklärer“ kommt hinzu. Stirbt der „Erklärer“, ist der Gegenstand immer noch da.

Hegel z e i g t , daß diese Sätze nicht Wahrheit ausdrücken. Sie haben nur einen pragmatischen Richtigkeitswert im Umgang mit vermeintlich leblosen Dingen. Im Reich des Lebendigen produzieren sie nur Irrtümer – mit teilweise tragischen „Nebenfolgen“.

Bewegung, Entwicklung, Leben, Familie, Gemeinwesen, Volk, Staat, Nation, Geschichte, Gott – sind in Wahrheit mit diesem Denken nicht zu fassen. Der Satz Jesu im Johannesevangelium: „… und w e r d e t die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8, 32) hat weittragende Bedeutung.

Irgendein Dichter hat das Problem in die Worte gefasst: ‚Der Mensch ist zur Freiheit geboren und lebt doch überall in Ketten.‘ – So oder ähnlich.

In den vorstehend bezeichneten Bereichen lebt der Mensch als Handelnder, nicht als Zuschauer oder erklärender Moderator. Was bestimmt sein Handeln, damit nicht alles auseinanderläuft und „jeder sein eigenes Ding macht“? Was – wenn nicht die Philosophie – bestimmt seine Vorstellungen, die sein Handeln „orientieren“?

Es sind einzig die distinkten Religionen, die als Geltung heischendes Orientierungssystem die Menschheit in Handlungsfähigkeit erhalten. Sie haben diese erstaunliche Kraft, weil in ihnen – unerkannt – die Vernunft waltet. Ohne diese Orientierung stirbt alles Menschliche, das ohne die Gnade des Instinkts sein Dasein fristen muss.

Der Dschihadismus unserer Tage bringt dieses Verhältnis von Religion und menschlichem Leben zum Bewußtsein. Er verteidigt den Mohammedanismus als die Lebensgrundlage der muslimischen Völker gegen den Atheismus und hat in soweit das Recht auf seiner Seite.

Der Kampf der westlichen „Wertegemeinschaft“, die jegliche religiöse Daseinsordnung als „Fundamentalismus“ verunglimpft und verfolgt, ist Ausdruck der Erkenntnis der Judenheit, daß die Globalisierung der Völker zur passiven Biomasse nur durch die Aufklärung, das heißt die Erhebung des Atheismus zur Zwangsreligion der „Menschenrechte“ zu bewerkstelligen ist. Das ist ein tödlicher Konflikt – von dem das christliche Abendland profitiert.

Ein Blick auf den jämmerlichen Zustand des Lebensschutzes, der Familie, der Gemeinwesen, der Völker, der Staaten und Nationen im Herrschaftsbereich des „Westens“ zeigt, wie weit der globale Völkermord in dieser Region fortgeschritten ist.

„In der Gefahr wächst das Rettende auch.“ (Hölderlin). Dieses aber kann nicht mehr die „Rechtleitung“ durch religiöse Offenbarung, Bilder, Vorstellungen, Gleichnisse oder Heilslehren sein.

Der zum Selbstbewußtsein gereifte Geist vermag aus jenen spirituellen Gegenständen nicht mehr die Gewissheit der Wahrheit zu schöpfen. Der Verstand hat in jüdischem Besitz wie eine Abrissbirne die Schutzhütten des kindlichen Zutrauens zu Gott planiert. Eingedenk ihrer Zerbrechlichkeit wird kein Volksgeist mehr auf den Gedanken kommen, sie wieder aufzurichten. Eine solidere Bauweise ist gefragt.

Ein Denken, das das Paradox von Achilles und der Schnecke ebensowenig zu lösen vermag, wie die Rätsel, die das Licht und die schwarzen Löcher aufgeben, das „das faktische Sein des Absoluten nicht mehr zu fassen, geschweige denn das Paradox einer absoluten Person sich zu vergegenwärtigen vermag“ (Martin Buber, Werke, Band 2, ‘Schriften zur Bibel’,Kösel Verlag, München 1964, S. 1082), kann zum Heil nichts mehr beitragen. Dieses Denken führt die Menschheit unausweichlich in die Sackgasse des Atheismus.

Deutsche Philosophen haben ein anderes Denken entdeckt; ein Denken, das gar nicht denken kann, daß Gott nicht ist. Dieses Denken zeigt, daß „Sein“ und „Nichts“ dasselbe ist; daß der Widerspruch das Zeichen der Wahrheit, die Widerspruchsfreiheit der Unwahrheit ist; daß EIN Punkt denknotwendig eine Komplexion unendlich vieler Punkte ist und wahrhafte Unendlichkeit die Endlichkeit in sich fasst.

Es ist Denken, das „das Paradoxon einer absoluten Person sich zu vergegenwärtigen vermag“. Diese ist Gott, der nicht auf den Menschen trifft und sich diesen zu seinem Eigentum macht, sondern der sich selbst als Mensch erscheint, um sich in ihm zu erkennen.

Im Begriff der „Erscheinung“ ist Unterschied, der die Diesselbigkeit (Identität) mit ihrem „Grund“ nie verliert, also von der Existenz ihres Grundes nicht getrennt werden kann. Der Grund ist Grund nur vermittels der Erscheinung; wie der Vater nur Vater ist vermittels des Sohnes.

So ist die Erscheinung nur vermittels des Grundes, wie der Sohn nur durch den Vater Sohn ist.

Jahwe will die Völker zur Schlachtung dahingeben; hat also seinen Sohn nicht erkannt. Er wähnt, in Herrlichkeit zu erstrahlen, wenn er seine Erscheinung ausradiert. Der Unterschied ist ihm Trennung.

In gleicher Weise trennt Kan Tsujoschi, was nicht trennbar ist. In seinem Denken findet der Geist (die Religion) die Natur als sein Anderes vor und will diese – ein ihm Fremdes – „verstehen“, vermittels „Erklärung“. Nichts deutet bei ihm darauf hin, daß ihm die logische Einsheit Unterschiedener (Identität von Identität und Nichtidentität/Hegel W5,74) als „Definition“ Gottes ein Begriff ist.

So ist ihm „Religion“ Mittel und nicht Zweck. Das „erklärt“, daß er die nordischen Götter zu Werkzeugen der „Erklärung“ der Natur herabwürdigt.

Ahnenverehrung sieht anders aus.

Ins Leere geht auch die Empfehlung des Rezensenten, den „Deutschen Sonderweg“ einzuschlagen, „sich aufs Erbgut statt der Erschaffung“ zu besinnen.

„Erbgut“ sind in der Erinnerung abgelegte Informationen (Auch das Wesen der „Gene“ ist Information!). Informationen sind – ähnlich wie die Natur – Entäußerungen des Geistes, die der Wiederverinnerlichung im Geiste bedürfen, um in der Welt zu wirken. Sie haben also ihr SEIN in der Erschaffung von Welt.

Und was – bitteschön – ist ein „egalistischer Wüstengott“? Das habe ich schon bei Alfred Rosenberg nicht verstanden.

Gott ist der EINE, sich ewig Gleiche, der in Raum und Zeit sich seine Vollkommenheit offenbar macht. Der Mensch ist sein Bewußtsein (Hitler im Gespräch mit Otto Wagner).

Als der in sich widersprüchliche Zweck, sich zu erhalten und zu entfalten, ist die Idee (die mit dem Begriff die übereinstimmende Wirklichkeit) G o t t e s K a m p f . Sein Zweck ist es nicht, für uns Menschen die Welt „schön“ und friedlich zu machen. Sich zu wünschen, daß es anders wäre, ist kindliche Geistesschwäche. Daß der Mensch sterblich ist, ist die Ansage des Geistes, daß nicht das Leben in der Welt das Höchste ist sondern die Freiheit, das heißt das SEIN, das vom Geist selbstbewußt bestimmt ist unter Ausschluss jeglicher Fremdbestimmung. Das Leben ist diesem Zweck aufgeopfert. Das Bewußtsein davon scheint auf im Eid, den Soldaten zu leisten haben.

Das für den Menschen erreichbare höchste Glück ist die Zufriedenheit mit seinem Beitrag zur Freiheit des Geistes.

Die Welt ist, wie Gott sich weiß (Hegel). Religion ist das Wissen dieses Wissens im endlichen Geist, und für diesen die Handlungsanleitung für die irdische Teilnahme am Kampf um die Verwirklichung Gottes als Welt. Und Gott macht keine Fehler.

Religiosität der Individuen eines Volkes ist nicht Privatsache. Sie ist die Kraft des Volkes, nicht passiv, sondern gestaltend in der Welt zu sein. Das Volk ist das Dasein der Religion und Multireligiösität Zersetzung des Volkes.

Im deutschen Volk bahnt sich seit 500 Jahren der Übergang des Geistes vom Glauben (Religion) zur Wissenschaft des Geistes an. In dieser ist die religiöse Zerklüftung der Völker im Sinne der Feindseligkeit des allgemeinen Zustands überwunden.

So wenig Religion Privatsache ist, sowenig ist die Wissenschaft des Geistes dem egoistischen Individuum überlassen. Wie das Leben, die Familie, das Gemeinwesen, das Volk, der Staat und die Nation zu l e b e n ist (denn alles ist ein und dasselbe), ist nur noch in der Vernunft zu finden, denn diese allein beendet das Leiden des Atheismus.

Die Bomber-Märtyrer des Dschihad vermögen dem Atheismus nicht Einhalt zu gebieten. Und die Scharia hat nicht mehr die Heilkraft, das Wurzelgeflecht der Völker – die Familie – zu sanieren. Was jene Todesbereiten anstreben, vermag nicht die Gewalt zu bewirken, sondern nur der Geist in seinem Beisichsein.

Anders als der Atheismus bedroht die Wissenschaft des Geistes nicht die eigentümlichen Kulturen der Völker, deren religiöse Fundamente. Die erkannte Vernunft erkennt sich in den besonderen Religionen und führt diese in Freiheit auf den Weg der Selbsterkenntnis zu vollkommneren Gestalten Gottes. Das ist das Gegenteil der „Verwestlichung“ der Welt. Der Dschihad verliert seinen Grund.

Der Nostalgismus, wie er in Kan Tsujoschis Rezension zum Ausdruck kommt, ist als solcher bewußt zu machen. Dann ist er auch schon wieder verschwunden, weil er als Bedrohung erkannt ist. Er ist Bedrohung, weil er die Inversion des Geistes ist, in dem dieser seine vollkommenere Gestalt aus dem Auge verloren hat.

Die Deutsche Idealistische Philosophie als selbstbewußte Vernunft gibt Einblick in das Wesen des Kampfgeschehens zwischen dem Westen und der Welt des Islam. Es geht auch ums Öl; aber das ist nur die Oberfläche. In Wahrheit ist es ein Kampf der Kulturen im Sinne eines (noch) nicht aufgehobenen Widerspruches im Wesen Gottes: zwischen dem vom Gemeinwesen losgerissenen (egoistischen) Individuum und dem im Gemeinwesen (noch) nicht zur Person befreiten Individuum.

Die Lösung des Konflikts ist die Vernunfterkenntnis, daß Einzelwesen und Gemeinwesen die „zwei Seiten einer Medaille“ sind. Der historische Nationalsozialismus war der Beginn der Durchdringung der Welt mit dieser Erkenntnis. Der Kampf der Kulturen ist die Notwendigkeit der Auferstehung des Nationalsozialismus aus seiner zeitweiligen Niederlage. Diese Auferstehung ist das Ostern der Völker.

OHNE WEIHNACHTEN KEIN OSTERN

 

Begründung der Beschwerde

 

An das

Oberlandesgericht Brandenburg

Hiermit begründe ich die am 12.03.2019 eingelegte sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des LG Potsdam Strafvollstreckungskammer vom 08. März 2019 (20StVK384/18) wie folgt:

Gerügt wird die Verletzung des formellen und des materiellen Rechts mit dem Antrag

dem Beschwerdeführer eine Haftunterbrechung aus gesundheitlichen Gründen zwecks Ermöglichung einer Rehabilitationsmaßnahme zur Wiederherstellung seiner Gehfähigkeit zu gewähren

hilfsweise

den angefochtenen Beschluss aufzuheben und das Verfahren zwecks neuerlicher Prüfung und Entscheidung an die Strafvollstreckungskammer zurück zu verweisen.

 

  1. Formelle Rügen

Gerügt wird die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art 103 GG) und das Prinzip der Waffengleichheit im gerichtlichen Verfahren (Art 3 Abs. 1 GG).

Der angefochtene Beschluss beruht auf Tatsachenfeststellungen, die nicht Gegenstand des kontradiktorischen Verfahrens waren.

Mit einer Email des Staatsanwalts Steinweg, Gruppenleiter bei der StA München II an Frau Laudan, Justiziarin der JVA Brandenburg an der Havel vom 18. Feb. 2019, teilte die Beschwerdegegnerin mit, daß

die Voraussetzungen für eine Unterbrechung der Vollstreckung jetzt vorliegen würden.“

Per cc ging diese Mitteilung an die Strafvollstreckungskammer (Bl. 1663 d.A.).

Auf Blatt 1664 d.A. ist folgende Verfügung der vorsitzenden Richterin dokumentiert:

V.

  1. Nachdem die StA München nunmehr eine Vollstreckungsunterbrechung zur Durchführung einer Reha-Maßnahme zustimmt, bedarf es einer Entscheidung der Strafvollstreckungskammer nicht, der Antrag vom 27.11.2018 ist überholt.
  2. U.m.A.
    StA München II
    Pdm, den 19.02.2019
    Mit einem Erledigungsvermerk vom 20.02.2019

Auf Bl. 1668 d.A. ist die Aktenübersendung an die StA München II „zur Kenntnisnahme und weiteren Veranlassung“ dokumentiert. Der Eingangsstempel der StA München II datiert vom 22. Februar 2019.

Damit war der begünstigende Verwaltungsakt „Vollstreckungsunterbrechung“ bestandskräftig in der Welt.

In der Verfahrensakte Bl. 1665/1666 befindet sich eine anderthalb-seitige Verfügung der StA GL Steinweg an das Landgericht Potsdam (zu 20StVK) vom 28.02.2019 „zur Entscheidung über den Antrag des Verurteilten“.

Diese „Verfügung“, die rechtlich als Widerruf eines begünstigenden Verwaltungsaktes einzuordnen ist, ist weder dem Beschwerdeführer noch seinem Verfahrensbevollmächtigten zur Kenntnis gebracht worden. Sie trägt auch keinen Zugangsvermerk der Strafvollstreckungskammer.

Aus dem Schreiben der StA München II vom 01.03.2019 (Bl.1667 d.A.) mit dem Eingangsstempel des LG Potsdam vom 06.03.2019, mit dem die Aktenübersendung von München nach Potsdam angezeigt wird, kann geschlossen werden, daß die Verfügung vom 28.02.2019 nicht vor dem 06.03.2019 der Richterin zur Kenntnis gelangt ist.

Da der angefochtene Beschluss schon am 08.03.2019 gefaßt worden ist, ist der dargestellte zeitliche Verlauf voll gültiger Beweis, daß die Richterin nichts unternommen hat, um die Stellungnahme des Beschwerdeführers bzw. seines Bevollmächtigten einzuholen.

Dazu bestand auch bei korrekter Handhabung des Verfahrensrechts keine Veranlassung, da das Verfahren vom Gericht mit der Verfügung vom 19.02.2019 (Bl.1666 ?) formell nach „Erledigung in der Hauptsache“ endgültig abgeschlossen worden war.

Es wird als unheilbarer Verfahrensfehler gerügt, daß die Strafvollstreckungskammer den angefochtenen Beschluss gefasst hat, obwohl durch Streiterledigung in der Hauptsache der Gegenstand der Entscheidung nicht mehr vorhanden war.

In der Sachverhaltsdarstellung (S. 4 des Beschlusses) ist vermerkt

„Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt ist am 11. Februar 2019 auf einer dem Verurteilten zuzuordnenden Internetseite ein Text antisemitischen und möglicherweise volksverhetzenden Inhalts erschienen.“

Im Begründungsteil – Seite 5f d.B. – ist ausgeführt:

Es ist ihm (dem Beschwerdeführer) vor kurzem gelungen auf seiner Internetseite einen Text oder mehrere Texte antisemitischen Charakters zu veröffentlichen. Da der Brief- und Besuchsverkehr während einer Rehabilitationsmaßnahme nicht überwacht werden kann ist zu befürchten, daß der Verurteilte die Unterbrechung zur Begehung weiterer Meinungsäußerungsdelikte nutzen würde. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch zu berücksichtigen, daß der Verurteilte sich gerade in Kenntnis seines Gesundheitszustandes und der in Frage stehenden Unterbrechung für eine Veröffentlichung entschieden hat.“

Der letzte Satz des Zitats taucht fast wortgleich in der „Verfügung“ vom 28.02.2019 wie folgt auf:

… zumal sich der Verurteilte in Kenntnis seines Gesundheitszustandes bewußt dafür entschieden hat, das o.g. Schreiben im Internet veröffentlichen zu lassen.“

Damit ist dargetan, daß schon rein formell der angefochtene Beschluss auf dem gerügten Mangel beruht.

Umfassender wird dieser Zusammenhang in der Begründung der Sachrüge verdeutlicht.

II. Sachrügen

Die Sachrüge wird umfassend erhoben. Insbesondere wird die Verletzung der Art. 1 Abs. 1; Art. 2 Abs. 1 und 2 Satz 1; Art. 3 Abs. 1 und 3; Art. 4 Abs.1; Art. 5 Abs.1 Satz 1 und 3; Art. 10 Abs. 1 sowie Art. 18 GG gerügt.

Im Einzelnen:

Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG

Das Grundrecht gewährleistet den Schutz der körperlichen Unversehrtheit.

Mit der Email des StAGL Steinweg vom 18.02.2019 stellt die Beschwerdegegnerin klar, daß nach ihrem pflichtgemäßen Ermessen die Voraussetzungen für eine Vollstreckungsunterbrechung aus gesundheitlichen Gründen gegeben sind (Bl. ? d.A.). Es ist also zugrunde zu legen, daß der Beschwerdeführer „schwer erkrankt und die Krankheit in einer Vollzugsanstalt oder einem Vollzugskrankenhaus nicht erkannt oder behandelt werden kann“.

Wie jedes spezielle Grundrecht ist Art. 2 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. GG im Lichte des Art. 1 Abs. 1 GG auszulegen.

Auf Seite 3 des Beschlusses heißt es:

Unter dem 05. Dezember 2018 erneuerte die Leiterin der JVA Brandenburg … ihre Anregung auf Unterbrechung der Strafvollstreckung … die notwendige Anschlussbehandlung sowie die Versorgung als Pflegefall sei innerhalb des Vollzugs nicht mehr möglich, da hierfür keine entsprechende Pflegeeinrichtung vorhanden sei. Nach der Stellungnahme des Anstaltsarztes Dr. Zeh vom 05. Dez. 2018 sei die notwendige langzeitige Rehabilitation eines doppelseitig amputierten Patienten nur in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung möglich. 


Die Staatsanwaltschaft hatte inzwischen den Sachverständigen Universitätsprofessor Dr. med. Patschan mit einer gutachterlichen Stellungnahme zum Gesundheitszustand und der mutmaßlichen weiteren Prognose des Verurteilten beauftragt. In seiner Stellungnahme vom 06. Dezember 2018 führt der Sachverständige aus, daß sich dieser nach der durchgeführten Operation nunmehr nicht mehr in Lebensgefahr befinde. Als relevantes Problem bleibe insbesondere die reduzierte Mobilität als Folge der beidseitigen Amputation. … Eine Rehabilitationsbehandlung sollte darauf abzielen, die Mobilität des Verurteilten ohne funktionstüchtige eigene Beine zu optimieren. Die Entscheidung ob der Verurteilte wieder und falls ja wann haftfähig sein werde sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu treffen“.

Die vom Sachverständigen prognostizierte medizinische Möglichkeit, die Mobilität „des Verurteilten ohne funktionstüchtige eigene Beine zu optimieren“ durch hoheitlichen Eingriff zu vereiteln, ist eine schwere Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit. Es ist allgemein kundig, daß Bewegungsmangel – insbesondere bei Diabetikern – zu lebensbedrohlichen Folgekrankheiten führt (die Amputationen sind im Falle des Verurteilten Folgen des haftbedingten Bewegungsmangels). Die Vereitelung von möglichen Gegenmaßnahmen geht über eine schwerwiegende Körperverletzung weit hinaus. Dies ist ein Angriff auf die Menschenwürde in dem der jedem Menschen innewohnende Anspruch auf Respektierung seiner Persönlichkeit von einem Organ der hoheitlichen Gewalt abgrundtief mißachtet wird.

Die von der StA München II (nur erst behaupteten/noch nicht bewiesenen) in der „Verfügung“ vom 28.02.2019 (Bl. 1665 f. d.A.) benannten Tatsachen sind aus Rechtsgründen ausnahmslos untauglich, das Abrücken der StA München II von der Streiterledigungserklärung vom 18.02.2019 zu rechtfertigen.

Der Verurteilte hat mit der behaupteten Veröffentlichung von Texten im Internet von seinen grundgesetzlich verbürgten Freiheitsrechten Gebrauch gemacht.

Selbst wenn irgendwann einmal letztinstanzlich ein Gericht die eine oder andere Gedankenäußerung des Beschwerdeführers für strafbar erachten sollte, würde das einen Eingriff in die Kommunikationsfreiheit eines Strafgefangenen nicht rechtfertigen. Die Sicherheit der Allgemeinheit, soweit sie über den Zweck der Sicherung des Gewahrsams hinausgeht, ist nicht die Aufgabe der Vollzugsbehörde (Feest/Lestin, Strafvollzugsgesetz, §4 Randnr. 12).

Eine rechtskräftig auferlegte Freiheitsstrafe benimmt dem Verurteilten für die im Urteil bestimmte Dauer lediglich die Bewegungsfreiheit. Im übrigen bleibt der Status des Gefangenen als Rechtssubjekt – hier insbesondere seine Grundrechteträgerschaft – durch die Verurteilung unberührt (BVerfGE 33,1 ff.).

In der Entscheidungsformel seines Beschlusses 1 BvR 1106/08 vom 08.12.2010 spricht das Bundesverfassungsgericht aus, daß ein Publikationsverbot für die Verbreitung rechtsextremistischen oder nationalsozialistischen Gedankenguts den betroffenen Straftäter in seinem Grundrecht aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG verletze.

In der Vergangenheit hat die Leiterin der JVA Brandenburg Eingriffe in die Grundrechte aus Art. 5 GG mit vermeintlicher Gefährdung des Vollzugsziels begründet ohne im Einzelnen darzulegen, was sie damit meint. Zu vermuten ist, daß sie die Erzwingung eines Widerrufs von bestimmten Überzeugungen durch den Beschwerdeführer zum Vollzugsziel bestimmt. Eine solche Zielvorstellung gehört in das Unterdrückungsrepertoire eines totalitären Unrechtsstaates. Im Geltungsbereich des Grundgesetzes ist dieser verboten.

Art. 5 Abs. 1 und 2 GG erlaubt nicht den staatlichen Zugriff auf die Gesinnung“ (BVerfG im „Wunsiedel-Beschluß“ zu Tz 67).

Gegenüber konkreten Auseinandersetzungen im politischen oder sonstigen Meinungskampf haben Hoheitsträger Neutralität zu wahren“ (BVerfG a.a.O. zu Tz 58).

Ihnen ist in Ansehung von Überzeugungen strikte Blindheit verordnet“ (a.a.O.).

Es gilt ein „striktes Diskriminierungsverbot gegenüber bestimmten Meinungen“ (a.a.O. zu Tz 59).

Wegen ihrer herausragenden Bedeutung für das Funktionieren eines freiheitlichen Gemeinwesens ist die Gedankenäußerungsfreiheit in besonderer Weise geschützt; es gilt die Vermutung „in dubio pro libertate“, die der Wesenskern des Zensurverbots ist. Das „Gefühl“, daß eine Gedankenäußerung strafbar sein könnte, rechtfertigt nicht ein restriktives Eingreifen in die Äußerungsfreiheit. Noch weniger können restriktive Maßnahmen mit der Vermutung bzw. Erwartung gerechtfertigt werden, daß eine Person strafwürdige Äußerungen tätigen werde. Wollte man beliebigen Hoheitsträgern in Ansehung von Gedanken eine Präventionskompetenz zugestehen, wäre das gleichbedeutend mit einem „Verbot mit Erlaubnisvorbehalt“, das wäre das Ende der politischen Freiheit.

Mit dem angefochtenen Beschluss stellt sich die Vollstreckungskammer auf den Standpunkt, daß die Unmöglichkeit, im Falle einer Haftunterbrechung den Brief- und Besuchsverkehr des Beschwerdeführers zu überwachen, ein Grund ist, die Vollstreckungsunterbrechung nicht zu bewilligen (S.5 d.B.).

Sie begründet das ausdrücklich damit, daß der Beschwerdeführer „die Unterbrechung zur Begehung weiterer Meinungsäußerungsdelikte nutzen“ könnte (S. 5 am Ende).

Dieser Tendenz der Judikative ist das Bundesverfassungsgericht mit dem Beschluss 1 BvR 1106/08 vom 08.12.2010 energisch entgegengetreten.

Das OLG München hatte im Rahmen einer Führungsaufsicht dem Verurteilten verboten, rechtsextremistisches oder nationalsozialistisches Gedankengut publizistisch zu verbreiten. Es hat diese Maßnahme damit begründet, daß die unverändert fortbestehende Gesinnung des Betroffenen besorgen lasse, daß er in den Publikationen „in einer die strafrechtlichen Grenzen nicht mehr wahrenden Weise rechtsextremistisches und nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten werde“.

Das Bundesverfassungsgericht hat diese Argumente verworfen mit der Begründung:

Unverhältnismäßig sind jedenfalls an Meinungsinhalte anknüpfende präventive Maßnahmen, die den Bürger für eine gewisse Zeit praktisch gänzlich aufgrund seiner gehegten politischen Überzeugungen von der – die freiheitlich-demokratische Staatsordnung schlechthin konstituierenden – Teilhabe an dem Prozess der öffentlichen Meinungsbildung ausschließen; dies kommt einer Aberkennung der Meinungsfreiheit selbst nah, die nur unter den Bedingungen des Artikels 18 GG zulässig ist“ (S. 7 d.B.).

Die ins Visier genommenen, auf der Internetseite „www.wir-sind-horst.com“ veröffentlichten Texte des Beschwerdeführers sind fast ausnahmslos religiös-weltanschauliche Bekenntnisschriften. Die von der Strafvollstreckungskammer gebilligten Versuche der Vollzugsbehörden, deren Veröffentlichung zu verhindern, verletzen den Beschwerdeführer in seinen Rechten aus Art. 4 Abs. 1 GG und Art. 5 Abs. 1 GG.

Der von der Kammer gebilligte Versuch der Vollzugsbehörde, das Rechtsinstitut der Postkontrolle zweckfremd zur Unterdrückung von Gedankenäußerungen zu nutzen, verletzt den Beschwerdeführer in seinen Rechten aus Art. 10 GG.

Damit ist die Rechtsbeschwerde hinreichend begründet.

Zur Zulassung der Beschwerde

  1. Die Anhörungsrüge ist ohne Einschränkung zuzulassen; das folgt schon daraus, daß der Anspruch auf rechtliches Gehör als Verfahrensgrundrecht durch das Grundgesetz (Art. 103 Abs.1 GG) verbürgt ist. Dieses kann nicht durch ein einfaches Gesetz beiseite geschoben werden.
    Auf Anordnung des Bundesverfassungsgerichts hat der Gesetzgeber das „Anhörungsrügegesetz“ erlassen, das sicherstellt, daß eine Anhörungsrüge in jedem Falle von einem Gericht abzuarbeiten ist, auch wenn die jeweilige Verfahrensordnung dieses nicht vorsieht.
  2. Die Sachrügen haben für die Durchsetzung des Verfassungsrechts eine allgemeine Bedeutung.
    Mit der Beschwerde ist die Frage aufgeworfen, ob eine an sich aus gesundheitlichen Gründen gebotene Haftunterbrechung versagt werden darf, weil außerhalb der Vollzugsanstalt eine Postkontrolle zur Verhinderung der Verbreitung antisemitischer Gedanken nicht möglich ist.
    Die Rechtsprechung hat diese Frage noch nicht hinlänglich geklärt.

„Offener Brief“ von Ursula Haverbeck

Ursula Haverbeck
Umlostr. 100
33649 Bielefeld

6. V. 2019

Offener Brief an
die Leiterin der JVA Brandenburg
Anton-Saefkow-Allee 22
14772 Brandenburg a. d. Havel

Betrifft: Die Einbehaltung verschiedener Schreiben von und über Frau Haverbeck.
Brief vom 23. April an Herrn Henry Hafenmayer.

Sehr geehrte Frau Wellnitz!

Sie scheinen die Persönlichkeit Horst Mahler gar nicht zu kennen, sonst wären Sie nie auf die aberwitzige Idee gekommen, ihm zu unterstellen, er ließe sich durch mich daran hindern, „sein Leben in sozialer Verantwortung und ohne Straftaten“ zu führen.

  1. Hat dieser so selbstständig denkende Philosoph in seiner Rechtsanwalts-Tätigkeit keine Straftaten begangen.
  2. Wird „künftig ein Leben in sozialer Verantwortung zu führen“ gerade durch die Verhinderung eines geistigen Austausches auf einer Mahler gerecht werdenden Ebene in der JVA unter Ihrer Leitung verunmöglicht.

In der ersten Halbzeit seiner Gefängnishaft in Brandenburg konnte ich ihn sowohl im geschlossenen als auch gelockerten Vollzug mehrmals besuchen, wir konnten schriftlich korrespondieren und telefonieren.

Ich darf Ihnen versichern, niemand bei Ihren Vorgängern hat in meiner Person eine Gefährdung gesehen. Da sind Sie die erste, obgleich Sie mich gar nicht kennen. Sie behaupten einfach, ich hätte den Holocaust geleugnet, was Gerichte behaupten. Sie hätten doch auch mich zitieren können „ich habe ihn noch nie geleugnet“. Es gibt doch immer noch meine und Deine Wahrheit und DIE WAHRHEIT, um deren Erkenntnis wir uns bemühen. Das ganze Deutsche Volk wird doch verantwortlich gemacht, Sie ebenso wie ich und Mahler. Wir haben das Recht uns zu verteidigen und zu erfahren, wo denn die singuläre Mordtat an 6 Millionen Juden begangen wurde.

Wenn das noch nicht einmal der Zentralrat der Juden beantworten konnte, weder unter Vorsitz von Frau Knobloch, noch Dieter Graumann, noch dem jetzigen Dr. Josef Schuster, dann stimmt doch da etwas nicht.

Wir wissen warum vieles nicht stimmt, wir verdanken das dem 1995 endgültig mit allen Absätzen in das Strafgesetzbuch der BRD aufgenommenen Paragraphen 130, Volksverhetzung. Dieser annulliert Art. 5, Meinungsfreiheit. Damit ist der Demokratie der wichtigste Pfeiler abgesägt.

Die erste vernichtende Reaktion kam 2002 vom Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes (DRB): Über dpa ließ er allen Bürgern mitteilen: „Die Justiz ist im Würgegriff der Politik“ und der jetzige , Jens Gnisa, sagt: „Das Schlimme ist, daß sich die Repräsentanten des Volkes nicht mehr an das Recht halten.“ (J.Gnisa, Das Ende der Gerechtigkeit S. 103, erschienen 2017)

Ich hoffe, Sie kennen all diese vernichtenden Aussagen Ihrer Kollegen. Damit stehen Sie alle nicht mehr auf dem Boden von Grundgesetz, Völkerrecht und dem übergeordneten Recht.

Noch leiden insbesondere ältere Richter unter dieser Situation. Wir werden mit ihnen gemeinsam Ansehen und Ehre der deutschen Rechtsprechung wieder herstellen. Wo werden Sie stehen?

Der erste Akt wird sein: Die sofortige Freilassung und angemessene Entschädigung des ganzheitlichen Denkers Horst Mahler.

Ursula Haverbeck